Mittwoch, 30. Dezember 2009

Wanderweg "Albtraufgucker" von Hattenhofen nach Bad Boll


Der Landkreis Göppingen unternimmt zur Zeit einige Anstrengungen, um als Tourismusziel bekannter zu werden. Dazu gehört auch die Anlage von zwei neuen Wanderwegen, "Albtraufgucker" sowie "Albtraufgänger". Das Projekt wird im Rahmen des Landschaftsparks Region Stuttgart gefördert.

In der Umgebung von Bad Boll sind Abschnitte der beiden Wege bereits gekennzeichnet. Diese Abschnitte sind auch im Internet zu finden. Die Beschilderung des Albtraufgängers habe ich jedoch auch bereits weiter südlich bei Wiesensteig vorgefunden. Über diese Abschnitte konnte ich im Internet bisher nichts finden. Beide Wege befinden sich wohl weiter im Ausbau und man darf gespannt sein, in welche Gegenden diese Wege noch führen werden.

Für Nicht-Schwaben muss man jetzt aber erst einmal den Wegnamen "Albtraufgucker" ein wenig erklären. Es handelt sich hier um ein Wortspiel, eigentlich ein genialer Einfall. Der Albtrauf ist die nördliche Begrenzung der Schwäbischen Alb, die Kante der Juraschichtstufe, die sich auf ca. 200 Kilometer Luftlinie durch ganz Baden-Württemberg vom Nördlinger Ries bis zum Randen bei Schaffhausen zieht. Die Amerikaner würden dieses geographische Phänomen "rim" nennen. Das weiß ich von Reisen nach Arizona, wo es ähnliche Formationen gibt.

"Gucken" ist ein schwäbischer Ausdruck für "sehen", "schauen". Der Albtraufgucker ist also jemand, der von Norden her auf den Albtrauf sieht. Und das ist ja auch das Motto des Wanderwegs, dass er nördlich des Albtraufs verläuft und man immer wieder auf den Albtrauf schauen kann.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt auch das schwäbische Verb "draufgucken". Das heißt soviel wie "auf etwas sehen". Und darin liegt die Doppelbedeutung des Begriffs "Albtraufgucker". Einerseits schaut man auf den Albtrauf. Andererseits hört sich das aber auch an wie "Albdraufgucker" (mit weichem d). Und das heißt soviel wie: man schaut auf die Schwäbische Alb.

Jetzt aber genug der Begriffsdeutung. Der Albtraufgucker in der bisher im Internet bekanntgemachten Form verläuft von Aichelberg (bekannt durch den Albaufstieg der Autobahn A8) über Zell unterm Aichelberg, Hattenhofen, Pliensbach, Bad Boll und Dürnau nach Gammelshausen.

Der Abschnitt von Hattenhofen nach Bad Boll Kurhaus ist 5,5 Kilometer lang. Sowohl den Ausgangspunkt Hattenhofen Rathaus als auch Bad Boll Kurhaus erreicht man mit der Buslinie 20 von Göppingen her. Die Buslinie 20 verbindet auch den Ausgangs- und Endpunkt des Wegs. Es ist jedoch auch möglich, mit dem Auto nach Hattenhofen oder Bad Boll zu fahren und den Wegabschnitt hin und zurück zu gehen. Das ist wegen der wechselnden Ausblicke gar nicht langweilig.

Eine genaue Wegbeschreibung erübrigt sich. Denn die Beschilderung des Wegs ist vorbildlich. Die Wegebeschaffenheit ist sehr unterschiedlich. Es gibt asphaltierte Wegteile, aber auch Kieswege oder schmale Waldwege. Kurz vor Bad Boll war der Weg jetzt im Winter wegen landwirtschaftlichen Betriebs recht schmutzig.

Zu einem späteren Zeitpunkt geht es dann auf weitere Abschnitte des Albtraufguckers und auch des Albtraufgängers.


Der neue Wanderweg "Albtraufgucker" im Landkreis Göppingen ist vorbildlich beschildert. An den wichtigen Punkten sind Schilder mit dem Standort und den nächsten Zielen mit Entfernungsangabe vorhanden.
 
Unterwegs finden sich jede Menge Schilder oder Aufkleber mit dem Wegsymbol des Albtraufguckers.

In Hattenhofen gibt es eine Heilquelle, den Sauerbrunnen. Vor allem im Sommer kann man sich hier mit der notwendigen Flüssigkeit für unterwegs eindecken.

Der Wegverlauf ist abwechslungsreich. Es geht über Wiesen, durch Wälder, über Bäche und durch Dörfer.

Das Tal des Pliensbachs ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Und jetzt sieht man endlich den Albtrauf - den Namensgeber des Wegs.

Dies ist der Glockenturm in Pliensbach, zu dem ein 200 Meter langer Abstecher vom Wanderweg führt.

Das Ziel Bad Boll kommt in Sicht, im Hintergrund erhebt sich der Kornberg am Albtrauf.


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