Mittwoch, 30. Dezember 2009

Wanderweg "Albtraufgucker" von Hattenhofen nach Bad Boll

Der neue Wanderweg "Albtraufgucker" im Landkreis Göppingen ist vorbildlich beschildert. An den wichtigen Punkten sind Schilder mit dem Standort und den nächsten Zielen mit Entfernungsangabe vorhanden.
Unterwegs finden sich jede Menge Schilder oder Aufkleber mit dem Wegsymbol.
In Hattenhofen gibt es eine Heilquelle, den Sauerbrunnen. Vor allem im Sommer kann man sich hier mit der notwendigen Flüssigkeit für unterwegs eindecken.
Der Wegverlauf ist abwechslungsreich. Es geht über Wiesen, durch Wälder, über Bäche und durch Dörfer.
Das Tal des Pliensbachs ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Und jetzt sieht man endlich den Albtrauf - den Namensgeber des Wegs.
Dies ist der Glockenturm in Pliensbach, zu dem ein 200 Meter langer Abstecher vom Wanderweg führt.
Das Ziel Bad Boll kommt in Sicht, im Hintergrund erhebt sich der Kornberg am Albtrauf.

Der Landkreis Göppingen unternimmt zur Zeit einige Anstrengungen, um als Tourismusziel bekannter zu werden. Dazu gehört auch die Anlage von zwei neuen Wanderwegen, "Albtraufgucker" sowie "Albtraufgänger". Das Projekt wird im Rahmen des Landschaftsparks Region Stuttgart gefördert.

In der Umgebung von Bad Boll sind Abschnitte der beiden Wege bereits gekennzeichnet. Diese Abschnitte sind auch im Internet zu finden. Die Beschilderung des Albtraufgängers habe ich jedoch auch bereits weiter südlich bei Wiesensteig vorgefunden. Über diese Abschnitte konnte ich im Internet bisher nichts finden. Beide Wege befinden sich wohl weiter im Ausbau und man darf gespannt sein, in welche Gegenden diese Wege noch führen werden.

Für Nicht-Schwaben muss man jetzt aber erst einmal den Wegnamen "Albtraufgucker" ein wenig erklären. Es handelt sich hier um ein Wortspiel, eigentlich ein genialer Einfall. Der Albtrauf ist die nördliche Begrenzung der Schwäbischen Alb, die Kante der Juraschichtstufe, die sich auf ca. 200 Kilometer Luftlinie durch ganz Baden-Württemberg vom Nördlinger Ries bis zum Randen bei Schaffhausen zieht. Die Amerikaner würden dieses geographische Phänomen "rim" nennen. Das weiß ich von Reisen nach Arizona, wo es ähnliche Formationen gibt.

"Gucken" ist ein schwäbischer Ausdruck für "sehen", "schauen". Der Albtraufgucker ist also jemand, der von Norden her auf den Albtrauf sieht. Und das ist ja auch das Motto des Wanderwegs, dass er nördlich des Albtraufs verläuft und man immer wieder auf den Albtrauf schauen kann.

Das ist aber noch nicht alles. Es gibt auch das schwäbische Verb "draufgucken". Das heißt soviel wie "auf etwas sehen". Und darin liegt die Doppelbedeutung des Begriffs "Albtraufgucker". Einerseits schaut man auf den Albtrauf. Andererseits hört sich das aber auch an wie "Albdraufgucker" (mit weichem d). Und das heißt soviel wie: man schaut auf die Schwäbische Alb.

Jetzt aber genug der Begriffsdeutung. Der Albtraufgucker in der bisher im Internet bekanntgemachten Form verläuft von Aichelberg (bekannt durch den Albaufstieg der Autobahn A8) über Zell unterm Aichelberg, Hattenhofen, Pliensbach, Bad Boll und Dürnau nach Gammelshausen.

Der Abschnitt von Hattenhofen nach Bad Boll Kurhaus ist 5,5 Kilometer lang. Sowohl den Ausgangspunkt Hattenhofen Rathaus als auch Bad Boll Kurhaus erreicht man mit der Buslinie 20 von Göppingen her. Die Buslinie 20 verbindet auch den Ausgangs- und Endpunkt des Wegs. Es ist jedoch auch möglich, mit dem Auto nach Hattenhofen oder Bad Boll zu fahren und den Wegabschnitt hin und zurück zu gehen. Das ist wegen der wechselnden Ausblicke gar nicht langweilig.

Eine genaue Wegbeschreibung erübrigt sich. Denn die Beschilderung des Wegs ist vorbildlich. Die Wegebeschaffenheit ist sehr unterschiedlich. Es gibt asphaltierte Wegteile, aber auch Kieswege oder schmale Waldwege. Kurz vor Bad Boll war der Weg jetzt im Winter wegen landwirtschaftlichen Betriebs recht schmutzig.

Zu einem späteren Zeitpunkt geht es dann auf weitere Abschnitte des Albtraufguckers und auch des Albtraufgängers.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Kurpark von Bad Boll

Obwohl von der Fläche her relativ klein, bietet der Kurpark von Bad Boll viele schmale Spazierwege.
Südlich des Kurparks befindet sich das Kurhaus von Bad Boll.
Den nördlichen Abschluss des Parks bildet die Wandelhalle.
Dem Geschmack der Zeit vor 150 Jahren entsprechend konnte man hier lustwandeln sowie sehen und gesehen werden.
Eine milde Wintersonne strahlt über den Park am Fuß der Schwäbischen Alb.
Im Park befinden sich einige alte Bäume wie diese Platane....
.... oder diese Eiche.

Bad Boll ist eine ca. 5200 Einwohner zählende Gemeinde im Landkreis Göppingen am Fuß der Schwäbischen Alb. Seit langer Zeit findet in Bad Boll ein Heilquellen-Kurbetrieb statt, wobei drei verschiedene Heilmittel (Thermalmineralwasser, Jurafango, Schwefelquelle) unterschieden werden.

Wie es sich für einen richtigen Kurort gehört, verfügt auch Bad Boll über einen Kurpark. Allerdings ist der Kurpark mit einer Flächengröße von 1,9 Hektar vergleichsweise klein. Trotzdem kann man auf verschiedenen Wegen spazierengehen. Die teilweise schmalen Wege sind relativ eng beieinander. Damit lässt sich auch bei kleiner Platzverfügbarkeit ein größeres Wegenetz erreichen.

Der Kurpark von Bad Boll ist seit dem Jahr 1984 auch als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Teilweise verfügt der Park über einen alten wertvollen Baumbestand. Einige der alten Bäume musste man freilich bereits fälllen. Davon zeugen die großen Baumstümpfe, die noch vorhanden sind.

Mit dem Auto reist man am Besten über die Autobahn A8 an, Anschlussstelle Aichelberg. Von der Anschlussstelle ist Bad Boll bereits ausgeschildert. Man erreicht den Ort über die Landesstraße L 1214 in ca. 5 Kilometern ab der Anschlussstelle. In der Nähe des Kurparks befinden sich mehrere große Parkplätze. Mit dem Bus kann man Bad Boll zum Beispiel von Göppingen her erreichen. Die Buslinie 20 verkehrt im Durchschnitt jede Stunde.

Montag, 28. Dezember 2009

Platanenallee im Unteren Schlossgarten

Der Beginn des schmalen, jedoch relativ langen Unteren Schlossgartens, gesehen von der "Grünen Brücke" über die Heilmannstraße. Die Platanenallee ist links im Bild.
Die Platanenallee beginnt bei den "Rossebändigern". Die beiden Skulpturen wurden 1848 von Ludwig Hofer erschaffen.
Die Platanenallee ist fast 200 Jahre alt. Sie ist eines der letzten Zeugnisse des von Nikolaus Friedrich von Thouret geschaffenen königlichen Schlossgartens.
Auf der linken (nordwestlichen) Seite wird die Allee von der Bahnlinie Stuttgart-Hauptbahnhof - Bad Cannstatt begleitet.
Auf der rechten Seite der Platanenallee erblickt man einen Brunnen und einen Teich.
Zur Bundesgartenschau 1977 wurde eine Kopie der Quellnymphe von J.H. Dannecker neben der Platanenallee aufgestellt.
Die Platanenallee endet bei den beiden Wärterhäuschen vor Schloss Rosenstein mit Rosensteinpark.

Man kann vom Stuttgarter Hauptbahnhof durch den Mittleren Schlossgarten zum Beginn des Unteren Schlossgartens gehen. Schneller bei der Platanenallee ist man jedoch, wenn man mit der Stadtbahn (Linien U1, U2, U4, U9, U14) bis zur U-Haltestelle Neckartor fährt. Von der U-Haltestelle kommt man direkt in den Mittleren Schlossgarten. Dort wendet man sich rechts und geht am Anlagensee entlang bis zur sogenannten Grünen Brücke, die den Mittleren mit dem Unteren Schlossgarten verbindet.

Hinter der Grünen Brücke hält man sich links zur bereits sichtbaren Platanenallee und den beiden Rossebändigern. Die Platanenallee verläuft schnurgerade und macht lediglich kurz vor Schluss einen kleinen Rechtsknick. Sie endet beim Rosensteinpark bei den beiden Wärterhäuschen von Schloss Rosenstein. Von dort wendet man sich nach rechts und geht hinab zur Stadtbahnhaltestelle Mineralbäder mit den Linien U1, U2 und U14. Der Spaziergang von der U-Haltestelle Neckartor bis zur Haltestelle Mineralbäder ist ca. 1,5 Kilometer lang. Vor allem an schönen Sonntagen sind viele Menschen in den Schlossgartenanlagen unterwegs.

Haußmannstraße von Eugensplatz bis Urachplatz

Die Haußmannstraße verläuft in Halbhöhenlage am südöstlichen Rand des Stuttgarter Talkessels entlang. Sie gehört zu den Aussichtsstraßen Stuttgarts gemäß der Ortsbausatzung von 1935. Das heißt, dass die Talseite (rechts) nicht bebaut werden darf.
Vor wenigen Jahren hat die Jugendherberge Stuttgart einen direkten Zugang mittels Brücke und gläsernem Aufzug von der Haußmannstraße her bekommen.
Über die Emil-Molt-Staffel kann man vom Hauptbahnhof direkt zur Haußmannstraße gelangen.
Der Froschbrunnen wurde im Jahr 1900 gebaut und im Jahr 1990 saniert. Ein Frosch speit das Wasser in eine halbrunde Schale aus Granit. Der Brunnen ist in eine bogenförmige Nische auf der Bergseite der Haußmannstraße bei den Häusern Nr. 34 -38 eingebaut.
Man kommt an einigen Gebäuden der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe vorbei. Die Waldorfschule wurde im Jahr 1919 gegründet. Aus dieser Schule ging die weltweite Waldorfschulbewegung hervor. Die Uhlandshöhe ist nach wie vor das Zentrum dieser Bewegung.
Vor allem im Winter, wenn die Vegetation die Sicht nicht behindert, bieten sich von der Haußmannstraße aus interessante Blicke auf die Stuttgarter Innenstadt rund um den Hauptbahnhof. Der Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs befindet sich etwas rechts der Bildmitte.
Die Kräne im Vordergrund gehören zum Ministeriumsneubau an der Willy-Brandt-Straße, der sich aktuell noch in der Phase der Erdarbeiten befindet. Im Mittelgrund sieht man auf dem sogenannten A1-Gelände des Verkehrs- und Städtebauvorhabens Stuttgart 21 den Neubau der Bibliothek 21. Dieses Gebäude soll 9 Stockwerke hoch werden.

Wenn es nicht zu kalt ist oder schneit, bietet sich ein Spaziergang entlang der Haußmannstraße eher im Winterhalbjahr an. Denn leider werden viele der Stuttgarter Aussichtsstraßen auf der Talseite seit längerer Zeit nicht mehr so von der ständig wachsenden Vegetation freigeschnitten, dass sie ihrem Titel als Aussichtsstraßen gerecht werden.

Auch für die Haußmannstraße gilt, dass während des Sommerhalbjahrs die Sicht wegen des Bewuchses auf der Talseite nur eingeschränkt vorhanden ist. Da nützt es auch nichts, dass diese Straße gemäß der nach wie vor geltenden Ortsbausatzung von 1935 auf der Talseite wegen der Aussicht nicht bebaut werden darf.

Die Haußmannstraße verläuft vom Eugensplatz über den Urachplatz und den Ostendplatz bis zur Talstraße. Eine Aussichtsstraße ist die Haußmannstraße jedoch nur zwischen einem Punkt 100 Meter nördlich des Eugensplatz bis zum Urachplatz. Zum Eugensplatz gelangt man mit der Stadtbahnlinie U15 oder mit der Buslinie 42. Vom Eugensplatz folgt man den Schienen der Stadtbahn im Verlauf der Haußmannstraße leicht aufwärts. Bald biegen die Schienen nach rechts ab, während die Haußmannstraße nach links abzweigt. Nun beginnt die Aussichtsstrecke. Interessant ist jedoch nicht nur die Aussicht auf der in Gehrichtung linken Seite, sondern auch die Gebäude auf der rechten, der Bergseite. Es gibt also einiges zu schauen und man sollte nicht zu schnell gehen, sonst übersieht man vielleicht das eine oder andere. Der ganze Spaziergang ist ca. 1 Kilometer lang. Viel zu schnell hat man den Urachplatz erreicht. Von dort fährt die Buslinie 42 direkt zum Hauptbahnhof.

Freitag, 18. Dezember 2009

Travertinpark in Stuttgart-Bad Cannstatt, 1. Bauabschnitt

Der Travertinpark in Stuttgart-Bad Cannstatt ist eine Maßnahme des großen Vorhabens "Landschaftspark Neckar".
Von der Stadtbahnhaltestelle "Kraftwerk Münster" blickt man hinauf zum Travertinpark, zur neuen Aussichtsplattform und zur restaurierten ehemaligen Steinbearbeitungsanlage der Firma Schauffele. In einem späteren Bauabschnitt ist geplant, eine Treppenverbindung von der Stadtbahnhaltestelle durch den Weinberg hoch zur Aussichtsplattform anzulegen.
Die Stahlträger der ehemaligen Steinbearbeitungsanlage sind bereits wiederhergestellt. Die Fläche der zukünftigen Aussichtsplattform wird nach Ende des Winters fertiggestellt.
Hier sieht man auf einem kurzen Abschnitt noch die Gleise der ehemaligen Industriebahn, die eine Verbindung vom Bahnhof Stuttgart-Münster ins Neckartal hergestellt hat. Auf der Trasse der ehemaligen Industriebahn soll in einem späteren Bauabschnitt ein Radweg von der Haldenstraße an der Aussichtsplattform vorbei bis zur Bottroper Straße angelegt werden.
Dies ist die Trasse der ehemaligen Industriebahn im Abstieg vom Bahnhof Münster zur Haldenstraße durch den Weinberg hindurch.

Der erste Bauabschnitt des neuen Travertinparks ist nicht wie geplant bis zum Winter fertiggeworden. Somit könnte man jetzt für einen Spaziergang noch einige Monate warten, bis alle Wege und Flächen hergestellt sind. Man kann den Spaziergang aber auch jetzt bereits unternehmen, denn einige Wege sind bereits offen und man kann schon einen guten Eindruck vom ersten sowie auch den geplanten weiteren Bauabschnitten des Travertinparks gewinnen.

Zunächst einmal: was ist Travertin? Dies sind Kalksteine, die von kalkhaltigen Quellwassern ausgefällt worden sind. Der Cannstatter Travertin ist somit verwandt zum Beispiel mit den Kalken bei den weltberühmten Plitvicer Seen in Kroatien oder den Sinterterassen im Yellowstone-Nationalpark. Im vorletzten und letzten Jahrhundert war der Cannstatter Travertin ein begehrter Baustein. Es gab verschiedene Steinbrüche und Steinbearbeitungsanlagen.

Der geplante Travertinpark soll sich auf das Gelände eines dieser Steinbrüche sowie der Steinbearbeitungsanlage erstrecken. Der Park umfasst auch die Weinberge am Hang zwischen der Haldenstraße im Neckartal und der Hartensteinstraße oben am Hang. Der Travertinpark ist eines der vielen geplanten Teile des Landschaftsparks Neckar sowie Bestandteil des geplanten grünen "Cannstatter U".

Um zum Parkgelände zu kommen, kann man zum Beispiel bei der Stadtbahnhaltestelle Kraftwerk Münster (Stadtbahnlinie U14) aussteigen. Man quert die Neckartalstraße und die Haldenstraße in Richtung des bereits von der Haltestelle aus sichtbaren Weinbergs. Eine direkte Verbindung hinauf durch den Weinberg zur bereits sichtbaren Steinbearbeitungsanlage gibt es noch nicht. Diese Treppe ist erst in einem späteren Bauabschnitt geplant. Somit wendet man sich in der Haldenstraße am Fuß des Weinbergs nach links. Bald darauf steigt der asphaltierte Weg nach rechts an und mündet in einen anderen, von links kommenden Weg. Dort wendet man sich nach rechts und geht durch den Weinberg hinauf zur Aussichtsplattform und zur restaurierten Steinbearbeitungsanlage.

Ein Ausgangspunkt ist auch die Bushaltestelle Nastplatz der Buslinie 56. Von der Haltestelle biegt man in die Naststraße ein bis zu deren Ende bei der Hartensteinstraße. Dort biegt man links in die Hartensteinstraße ab und geht an der Wohnneubebauung direkt beim Travertinpark vorbei. Direkt hinter den Neubauten geht es nach rechts in den Travertinpark.

Bestandteil des Trarvertinparks ist auch eine Wegverbindung von der Aussichtsplattform durch den Weinberg bis zur Kehre der Altenburger Steige sowie eine Wegverbindung geradeaus hinab zur Haldenstraße. Obwohl die Wege noch nicht fertiggestellt sind, gibt es bereits die Möglichkeit, von der Aussichtsplattform auf der Trasse der ehemaligen Güterbahn zum ehemaligen Travertin-Steinbruch zu gehen. Geht man von der Hartensteinstraße aus geradeaus weiter, kann man von oben in den Travertinsteinbruch blicken.

Es gibt somit bereits einige Wegvariationen. Orientierungsprobleme gibt es keine, so dass man vor Ort je nach Lust und Laune mal dahin, mal dorthin gehen kann.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Auf dem Jakobsweg von Plochingen nach Wernau

Dies ist die Beschilderung aller Jakobswege. Die Wegrichtung nach Santiago de Compostela ist stets dort, wo die Strahlen der Jakobsmuschel zusammenlaufen. Auf diesem Bild verläuft der Jakobsweg also nach links.
Der Jakobsweg verläuft durch einen Teil der Marktstraße von Plochingen, eine Fußgängerzone.
Auf dieser Fußgängerbrücke quert man den Neckar.
Vom gegenüberliegenden Neckarufer sieht man das Hundertwasserhaus von Plochingen (erbaut 1992).
Eine andere Ansicht von Plochingen mit der St. Blasius-Kirche auf dem Kirchberg, dem Wahrzeichen der Stadt.
Der Weg verläuft unter dem Brückenlabyrinth der B10 und B 313 hindurch.
Zwischen Plochingen und Wernau geht man am Neckarufer entlang. Der Neckar wurde auf diesem Abschnitt erst vor kurzem renaturiert. Sohlschwellen wurden ersetzt durch "rauhe Rampen". Damit wird der Neckar für Fische wieder durchgängig. Im Rahmen des "Landschaftsparks Neckar", einem Vorhaben der Region Stuttgart und dem Teilvorhaben "Grüninitiative Neckarknie" soll der Talbereich zwischen dem ehemaligen Plochinger Landesgartenschaugelände und den ehemaligen Wernauer Baggerseen ökologisch aufgewertet werden.
Bald befindet man sich gegenüber dem Bahnhof von Wernau. Erst im 13. Dezember 2009 wurde hier der neue Abschnitt der S-Bahnlinie S1 von Plochingen nach Kirchheim/Teck in Betrieb genommen. Dies garantiert jetzt Rückfahrmöglichkeiten nach Plochingen alle halbe Stunde.
Auf dem sogenannten Pfauhäuser Brückle quert man den Neckar und gelangt sofort zum Bahnhof Wernau. Im Dezember 2009 war diese Brücke wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Während der Sperrung muss man den Neckar auf der benachbarten Straßenbrücke (Hochbrücke) queren, von der dieses Foto aufgenommen ist.

Die im Mittelalter von Pilgern benutzten Jakobswege sind in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen. Inzwischen durchziehen neu markierte Jakobswege halb Europa. Auch die Region Stuttgart wird von einem neu beschilderten Jakobsweg gequert. Dies ist der Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber nach Rottenburg am Neckar. Der Weg verzweigt sich im Bereich der Region Stuttgart sogar zweimal.

Das dichte öffentliche Verkehrsnetz der Region Stuttgart macht es möglich, dass man den Jakobsweg in einzelne mehr oder weniger lange Etappen unterteilen kann. In diesem Post geht es um den Abschnitt des Jakobswegs zwischen Plochingen und Wernau im Landkreis Esslingen.

Vom Bahnhof in Plochingen sind es nur wenige Minuten, um sich auf den Jakobsweg einzufädeln. Vom Hauptausgang des Bahnhofsgebäudes geht man geradeaus, quert die Eisenbahnstraße mit Hilfe eines Zebrastreifens und folgt der Hermannstraße. Mit Hilfe einer recht bequem zu gehenden Fußgängerunterführung quert man anschließend die Esslinger Straße, die Hauptstraße von Plochingen. Dahinter folgt man weiter der Hermannstraße, bis sie endet.

Nun befindet man sich bereits auf dem Jakobsweg, der als Fußweg von gegenüber her kommt. Man wendet sich nach rechts in die Urbanstraße und folgt der Beschilderung des Jakobswegs immer geradeaus. Auf diesen ersten Metern gibt es die Gelegenheit, sich ein wenig mit der besonderen Beschilderung der Jakobswege vertraut zu machen. Der Wegverlauf geht immer in diejenige Richtung, in die die zusammenführenden Strahlen der gelben Jakobsmuschel zeigen. Dies ist auch bei Richtungsänderungen so. Die Urbanstraße mündet in die Marktstraße.

Man wendet sich nach links in die Marktstraße, eine Fußgängerzone. Dies ist die einzige Stelle im Wegverlauf, wo ich im Dezember 2009 kein Zeichen des Jakobswegs gefunden habe. Vielleicht war das Zeichen durch den Weihnachtsschmuck verdeckt, vielleicht hat es tatsächlich gefehlt. Die Marktstraße verlässt man bald wieder nach rechts und unterquert die Schorndorfer Straße mit einer Fußgängerunterführung. Bald darauf folgt eine weitere Fußgängerunterführung, mit der man die Neckarstraße und die viergleisige Bahnlinie Stuttgart - Ulm / Tübingen unterquert. Unmittelbar hinter der Unterführung steht man am Neckarufer.

Den Neckar quert man mit Hilfe der Fußgängerbrücke. Dahinter wendet man sich nach links und folgt nun dem Neckarufer bis nach Wernau. Man kommt hierbei unter den großen Brücken der B10 / B313 hindurch und errinnert sich daran, dass man immer noch in einem der größten Verdichtungsräume Deutschlands unterwegs ist. Der Neckar macht einen überraschend natürlichen Eindruck. Die EU-Gesetzgebung verpflichtet die Behörden, bei der Renaturierung der Flüsse aktiv zu werden. Erst vor wenigen Monaten wurde der Neckar in diesem Abschnitt renaturiert.

Bald hat man die Ortslage Wernau erreicht. Man geht unter der Brücke der Kirchheimer Straße hindurch und quert wenige Meter später den Neckar nach links auf dem Pfauhäuser Brückle, einer Fußgängerbrücke. Unmittelbar dahinter beginnt der Bahnhof Wernau. Um nach Plochingen zurückzufahren, muss man die Gleise mit Hilfe der Fußgängerunterführung queren.

Montag, 14. Dezember 2009

Sachgesamtheit "Johannesstraße mit Feuerseeplatz und Feuersee"

Der Feuersee in Stuttgart-West mit dem angrenzenden Feuerseeplatz und der anschließenden Johannesstraße stehen als Gesamtheit unter Denkmalschutz (sogenannte Sachgesamtheit).
Das an die Rotebühlstraße angrenzende Ufer des Feuersees wird von einer großen Freitreppe gebildet.
Die evangelische Johanneskirche am Feuersee gehört zu den Meisterwerken neugotischer Sakralbaukunst.
Hinter der Johanneskirche beginnt die Johannesstraße, einer der ganz wenigen Boulevards von Stuttgart.
Rückblick von der Johannesstraße zur Johanneskirche
Die von zwei Baumreihen gesäumte Johannesstraße verläuft vom Feuersee bis zum Hölderlinplatz.
Nicht weniger als 28 Gebäude entlang der Johannesstraße stehen einzeln unter Denkmalschutz. Dieses Gebäude wurde im Stil des Historismus (Neorenaissance) 1891 errichtet.
Der Parkdruck in Stuttgart-West ist enorm. Dies führt in der Johannesstraße dazu, dass teilweise mehrreihig geparkt wird.
Bei diesem neoklassizistischen Gebäude endet der Boulevard der Johannesstraße. Hier schließt sich ein schmäleres Stück Johannesstraße bis zum Hölderlinplatz an.

Der Weg vom Feuersee bis zum Hölderlinplatz entlang der Johannesstraße gehört sicher zu den angenehmsten Spaziergängen, die man in Stuttgart-West unternehmen kann. Stuttgart-West, das in wesentlichen Teilen während der sogenannten Gründerzeit im 19. Jahrhundert errichtet wurde, gehört zu den am dichtesten bebauten Stadtbezirken ganz Deutschlands.

Und beim Gehen entlang der Johannesstraße wird man vielleicht erstaunt feststellen, dass Stuttgart tatsächlich mindestens einen Boulevard hat. Freilich hat auch die Johannesstraße stark unter den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gelitten. Das was nicht zerstört wurde bzw. was wiederaufgebaut wurde, gibt eine leise Ahnung davon, wie dieser Boulevard wohl früher ausgesehen haben mag.

Man fährt mit der S-Bahn bis zur Station Feuersee. Die unterirdische Station Feuersee verlässt man über den Ausgang "Feuerseeplatz" (beschildert). Sobald man die Oberfläche erreicht hat, steht man direkt neben dem Feuersee. Man könnte nun um den Feuersee herumgehen und auch die Johanneskirche von allen Seiten betrachten. Später geht man die Johannesstraße entlang und quert hierbei hintereinander die Gutenbergstraße, die Ludwigstraße, die Leuschnerstraße, die Schlossstraße (Hauptstraße, Stadtbahn), Breitscheidstraße, Lindenspürstraße, Forststraße, Rosenbergstraße, Lerchenstraße und Traubenstraße. Darauf erreicht man den Hölderlinplatz, die Endstation der Stadtbahnlinie U2. Die Wegstraße ist ca. 1 Kilometer lang.


Aktualisierung (neues Eckgebäude Johannes-/Breitscheidstraße) im Post vom 15.10.2011