Montag, 1. März 2010

Zum Filsufer in Ebersbach an der Fils



Die ca. 15.000 Einwohner zählende Stadt Ebersbach an der Fils hat im Jahr 2008 einen kleinen Bereich ihres Filsufers umgestaltet. Die ca. 200.000 Euro kostende Umgestaltung wurde vom Verband Region Stuttgart mit 100.000 Euro bezuschusst. Die Umgestaltung ist ein Mosaikstein des großen Vorhabens "Landschaftspark Region Stuttgart". 

Vom Bahnhof Ebersbach an der Fils ist man in 10 Minuten am Filsufer. Verlässt man den Bahnhof, wird man jedoch zunächst mit einem anderen Charakteristikum der Stadt bekannt. Es gibt im Stadtzentrum auffallend viele und große Brachflächen.


Vom Bahnhof Ebersbach an der Fils (Bahnlinie Stuttgart - Ulm, Halt von Regionalzügen) geht man im Verlauf der Bahnhofstraße bis zur Hauptstraße. Hier verlief früher der Verkehr im Zuge der B10, was endlose Autoschlangen zur Folge hatte. Nach der Inbetriebnahme der neuen Schnellstraße wurde die Hauptstraße gefällig umgestaltet.

Man biegt nach rechts in die Hauptstraße ein und folgt ihr ca. 200 Meter, bis nach links die Kirchheimer Straße abzweigt. Diese Straße ist als Fußgängerzone gestaltet mit einem kleinen Bachlauf, Brunnen und Figuren. 

Bevor man das umgestaltete Filsufer näher in Augenschein nimmt, lohnt es sich, geradeaus auf die Fußgängerbrücke zu gehen, die über die Fils und die dahinter entlangführende Schnellstraße B10 verläuft. Hier hat man Gelegenheit von einer höheren Position aus und vom gegenüberliegenden Ufer aus auf die neue kleine Parkanlage am Filsufer zu blicken. Unmittelbar hinter der Fils und noch vor dem Überqueren der Schnellstraße führt eine Treppe hinunter zum Ufer. An diesem Ufer kann man zwischen Schnellstraße (Schallschutzwände) und Fils ein wenig entlanggehen. Später geht man über die Brücke wieder zurück und biegt am Ende der Brücke gleicht nach rechts ab. Es geht zwischen Gebäuden hindurch. Dann steht man bei der neuen Parkanlage.

Diese Stele findet sich bei allen Vorhaben des Landschaftsparks, die von der Region Stuttgart cofinanziert worden sind.


Dies ist die größte zur Zeit ungenutzte Fläche direkt beim Bahnhof in Ebersbach an der Fils (Bahnhofsgebäude im Hintergrund Mitte). Auf dieser Fläche war früher ein Industriebetrieb. Jetzt steht eine Nachnutzung durch Geschäfte und Wohnungen an (Kauffmann-Areal).

Es gibt noch einige weitere ungebaute Flächen in Ebersbach an der Fils, die zur Zeit als Parkplatz genutzt werden. Für die Verhältnisse in Baden-Württemberg ist diese Situation und der dahinter stehende Strukturwandel nicht unbedingt typisch. Auf den in Ebersbach an der Fils zur Zeit bestehenden unbebauten Grundstücken könnte man hunderte von Wohnungen erstellen. Vor diesem Hintergrund kann man nur wenig Verständnis dafür aufbringen, wenn bei insgesamt stagnierenden Bevölkerungszahlen immer noch Neubaugebiete auf der Grünen Wiese ausgewiesen werden.


Blick von der Fußgängerbrücke in Ebersbach auf die Fils


Blick auf das renaturierte Filsufer in Ebersbach an der Fils
Der früher beim Filsufer vorhanden gewesene Hochwasserdamm wurde abgetragen und durch eine weiter zurückliegende, nur 90 cm hohe Mauer ersetzt. In der Mauer sind zwei Öffnungen, durch die man zum Uferbereich gelangen kann.

Bei Hochwasser lassen sich die Maueröffnungen durch diese Dammbalken verschließen.

Gleich bei der neuen Parkanlage (im Hintergrund, wo die Fils über die kleine Stromschnelle fließt) liegt die historische Filsfurt, an der sich Ebersbach angesiedelt hat. Im Vordergrund rechts sieht man die Sitzstufen aus grob behauenen Natursteinen.

Das natürliche Ufer reicht jetzt wieder unmittelbar an die Fils, die hier gerade ein wenig Hochwasser führt. Die Fils ist der Fluss des Landkreises Göppingen. Man könnte sich jetzt hinsetzen und überlegen, aus welchen faszinierenden Landschaften all diese Wassermassen kommen.

Flüsse wieder für die Menschen zugänglich und erlebbar machen: das gehört sicher zu den großen Zukunftsaufgaben der Stadtgestaltung. Wie es vorher an dieser Stelle ausgesehen hat, kann man erahnen, wenn man sich die Nachbargrundstücke betrachtet. Aber die gute Nachricht ist, dass die Filsuferumgestaltung weitergehen soll, sobald die benötigten Grundstücke zur Verfügung stehen.

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