Dienstag, 17. August 2010

Die Maille - ein Park in Esslingens Altstadt


In einer Stadtinformation von Esslingen heißt es, die Maille sei bis heute der einzige Park in der Altstadt von Esslingen. Das hört sich viel zu dramatisch an. Schließlich ist die Altstadt von Esslingen nicht so groß, dass man dort etwa mehrere Parks benötigen würde. Irgendwo müssen ja die ganzen historischen Gebäude, die Kirchen, die ehemaligen Pfleghöfe, die Fachwerkhäuser, die Gassen, Plätze und Fußgängerzonen und nicht zuletzt die beiden Neckararme auch noch ihren Platz finden. 

Zunächst fällt vielleicht der Name des Parks auf. Was bedeutet Maille? Der Name kommt vom Ballspiel Paille-Maille. Dieses Spiel kam im 17. Jahrhundert nach Deutschland. Für das Ballspiel waren längere gerade verlaufende Ballbahnen erforderlich. Der Maille-Park in Esslingen ist der einzige Park in Deutschland, der einen Teil des Namens des früher beliebten Ballspiels trägt. Indirekt hat sich der Name des Ballspiels jedoch verbreitet in die heutige Zeit hinübergerettet. Denn die vielen Malls (Einkaufszentren, Hauptstraßen) in den Städten der Welt leiten ihre Bezeichnung ebenfalls vom Ballspiel Paille-Maille ab.

Die Maille befindet sich im Südosten der Altstadt von Esslingen. Sie wird auf zwei Seiten von Armen des Neckars begrenzt, dem Rossneckar im Nordosten und dem Wehrneckar im Südwesten. Die Maille hat eine Länge von 180 Metern und eine Breite von 70 bis 100 Metern. Es ist also ein eher kleiner Park, den man vergleichsweise schnell durchschritten hat. Nur wegen des Parks wird man wohl nicht von auswärts nach Esslingen anreisen. Jedoch ist die Maille in Verbindung mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Esslingen durchaus einen Besuch wert. Zahlreiche Sitzbänke bieten die Möglichkeit, bei passendem Wetter die Szenerie auf sich wirken lassen.


Man kann die Maille von verschiedenen Seiten aus erreichen. Von der sogenannten Inneren Brücke, der nördlichen Fortsetzung der Pliensaustraße, steigt man auf Treppen zwischen den Brückenhäusern zur Maille hinab. Von Südosten her kann man die Maille über die Vogelsangstraße (Altstadtring) barrierefrei erreichen. 

Ein etwas ungewöhnlicher Zugang ist von Nordwesten her. Man geht hierbei unter den Häusern der Inneren Brücke hindurch. Startpunkt ist südlich der Stadtkirche St. Dionys, wo beim Beginn der Archivstraße ein Fußweg nach Süden abzweigt. Man überquert den Rossneckar und wendet sich bei der nächsten Möglichkeit nach links bis zum Park.  

Blick von der Inneren Brücke zwischen den Brückenhäusern hindurch hinab auf die Maille


Im Maille-Park gibt es zwei Denkmäler, das Denkmal am Ufer des Wehrneckars erinnert an Theodor Georgii, den Gründer des Deutschen Turnerbunds.
   
Der Wehrneckar begrenzt die Maille auf der Südwestseite.

Hier fließt der Wehrneckar unter der Inneren Brücke hindurch.

Blick von der Maille zur Inneren Brücke mit den Brückenhäusern, im Hintergrund Bildmitte erhebt sich ein Turm der Stadtkirche St. Dionys.

Ein Teil der Maille ist als Spielplatz gestaltet. 

Am Ufer des Rossneckars kommt man sich fast wie in Venedig vor.

Noch einmal ein Blick von der Maille auf die Innere Brücke, aus einer anderen Perspektive: in der linken Bildhälfte ist die Nikolaus-Kapelle, rechts daneben ist eine der Treppen, die von der Inneren Brücke hinab auf die Maille führen.

Das zweite Denkmal auf der Maille ist Karl Pfaff gewidmet, dem Gründer des Schwäbischen und des Deutschen Sängerbundes.

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