Freitag, 13. August 2010

Rund um die Festung Hohenasperg


Der Asperg erhebt sich - aus allen Richtung von weitem sichtbar - über der Gäulandschaft zwischen Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen. Der Asperg ist ein sogenannter Zeugenberg. Denn die Schichtstufe des Schilfsandsteins, die vor Jahrmillionen noch das gesamte Gäu bedeckte, ist auf dem Gipfel des Aspergs erhalten geblieben und hat den Berg bis heute vor der Abtragung bewahrt. 

Außer wegen der Naturgeschichte ist der Asperg jedoch auch wegen der menschlichen Geschichte bekannt. Es wird vermutet, dass auf dem Berg eine mächtige Keltensiedlung gestanden hat. Die jüngere Geschichte ist durch die Festung Hohenasperg gekennzeichnet, die seit dem Jahr 1535 auf dem Berg besteht. Nach einer langen und wechselvollen Geschichte wird die Festung heute noch als Vollzugskrankenhaus genutzt.

Man kann den Asperg auf verschiedenen Wegen besteigen und oben auf der Bergkuppe die Festung umrunden. Um die Umrundung geht es in diesem Post. Ein interessanter und kurzweiliger Rundgang führt entlang der Kante des Bergplateaus um die gesamte Festung herum entlang des Burggrabens. Die Wallgrabenmauern der Festung Hohenasperg werden zur Zeit umfassend und in vier Abschnitten saniert. Diese Arbeiten werden mindestens noch bis zum Jahr 2015 dauern. Entlang des Rundwegs um die Festung sind verschiedene Tafeln aufgestellt, die die Sanierungsarbeiten erläutern. Der Rundweg um die Festung Hohenasperg ist somit zur Zeit und während der kommenden Jahre auch ein Lehrpfad. Der Schwerpunkt der Informationen auf den Tafeln liegt beim Spannungsfeld zwischen den Bautechniken, die bei der Restauration zur Anwendung kommen, und dem Naturschutz. Denn diese alten Mauern haben sich über die Jahrhunderte hinweg zu einem bedeutenden Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt.


Der Rundweg um die Festung Hohenasperg ist 830 Meter lang (ich hatte kein Messrad dabei, die Entfernungen lassen sich in google maps mit dem neuen Entfernungsmesser hervorragend und schnell messen) und vollständig eben. Allerdings muss man erst einmal auf den Gipfel des Hohenasperg kommen. 

Eine Möglichkeit hierzu ist ein Start beim Bahnhof von Asperg (S-Bahnlinie S 5). Den Bahnsteig verlässt man nicht über die Fußgängerunterführung, sondern über die Treppe auf der Seite Bietigheim des Bahnsteigs. Die Treppe führt hinauf zur Brücke der Lehenstraße. Man quert die Lehenstraße, wendet sich nach links und folgt dem Wanderzeichen rotes Kreuz des Schwäbischen Albvereins. Hinter der Brücke geht es für wenige Meter nach rechts in die Alleenstraße, dann aber gleich wieder nach links in einen Fußweg. Man erreicht die Friedrichstraße, die nach rechts führt. Dann biegt man nach links ab in die Panoramastraße und geht immer geradeaus weiter ins sogenannte Schwitzgässle und dann auf Treppen und ganz oben über Serpentinen hinauf auf den Asperggipfel. Der Weg mündet unmittelbar in den Gipfelrundweg ein. Die Entfernung vom Bahnhof Asperg zum Asperggipfel ist 710 Meter, der zu bewältigende Höhenunterschied ist 86 Meter.    

Vom Gipfel des Aspergs geht der Blick auf den Ort Asperg im Vordergrund, die Bahnlinie Stuttgart - Bietigheim-Bissingen im Mittelgrund, die Brücke der A 81 über die Bahnlinie ebenfalls im Mittelgrund und einen Teil von Ludwigsburg im Hintergrund.


Blick vom Rundweg um die Festung Hohenasperg auf den Burggraben und die mächtigen Mauern auf der Innenseite des Burggrabens. Diese Mauern sind Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten.

Mehrere Informationstafeln im Verlauf des Rundwegs um die Festung Hohenasperg erläutern die Bauarbeiten an den Mauern sowie die Maßnahmen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt.

Dieser Turm - der kleine Pulverturm - ist bereits restauriert worden.

An diesem Teil der Festung Hohenasperg steht die Sanierung noch bevor.

Hier blickt man auf die Zufahrt zur Festung Hohenasperg. Der Rundweg führt mit einer Brücke über die Zufahrt hinweg. Die Zufahrt wurde bereits in den Jahren 2002 bis 2004 saniert.

Hier sieht man beim Blick auf die äußeren Wallgrabenmauern Nischen. Diese Nischen dienten als Futterplätze für Pferde.

An diesem Abschnitt der Festungsmauern sind die Sanierungsarbeiten gerade im Gang.

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