Montag, 27. Dezember 2010

Durch den winterlichen Mittleren Schlossgarten

Der Mittlere Schlossgarten beginnt gleich beim Stuttgarter Hauptbahnhof und ist fast allen Stuttgarterinnen und Stuttgartern wohlvertraut. Nach den in den vergangenen Tagen gefallenen Schneemengen bietet der Mittlere Schlossgarten völlig neue Bilder. Ein kleiner Rundgang kann sich lohnen, vorausgesetzt, man ist warm angezogen. Der Rundgang ist ca. 2.2 Kilometer lang, die Wege sind geräumt.

Darüber hinaus ist der Widerstand gegen das Projekt Stuttgart 21 zur Zeit nirgendwo so präsent wie im Mittleren Schlossgarten. Es gibt also viel zu sehen in diesem mittelgroßen Parkgelände, das Teil einer viel größeren Parkverbindung von der Innenstadt bis zum Killesberg ist.

Vom Hauptbahnhof aus über den Südausgang oder von der Klettpassage aus gelangt man unmittelbar in den Mittleren Schlossgarten. In diesem Post wird ein Rundgang durch den Mittleren Schlossgarten entgegen dem Uhrzeigersinn beschrieben. Nach der Unterquerung der Straße "Im Schlossgarten" hält man sich dazu im Park halbrechts.

Baumhäuser im Mittleren Schlossgarten: die exponierteste Form des Widerstands gegen Stuttgart 21
Ein Plakat aus Österreich spricht Mut zu: bei Wien war in den Achziger Jahren des letzten Jahrhunderts ein Donaukraftwerk geplant, das viele Kilometer wertvollste Flussauenwälder zerstört hätte. Nach erbittertem Widerstand der Wienerinnen und Wiener wurde das Vorhaben schließlich aufgegeben. An der Stelle des geplanten Kraftwerks befindet sich heute der Nationalpark Donau-Auen. Damit ist Wien eine der ganz wenigen Städte weltweit, auf deren Territorium sich ein Nationalpark befindet. Man wagt es noch kaum zu denken: welche Kreativität und welche positive Energie werden in Stuttgart frei werden, sobald das Projekt Stuttgart 21 gestoppt ist?     
Zelte, eingefasst von Pappe: alle Achtung vor denjenigen, die hier bei der aktuellen Kälte übernachten.
Der Widerstand gegen Stuttgart 21 ist kreativ, die Montagsdemonstrationen mit ihren Vorträgen zum Beispiel sind fast schon so etwas wie die wirkliche Volkshochschule. Manche Leute sind dadurch irritiert.
Die Mahnwache im Mittleren Schlossgarten ist ständig geöffnet.
Die Eberhardgruppe aus dem Jahr 1876: Graf Eberhard im Bart legt seinen Kopf auf den Schoß eines Untertanen. Dem liegt die Geschichte zugrunde, dass Graf Eberhard einmal gesagt haben soll, dass er bei seinem Volk so beliebt sei, dass er ohne Bedenken seinen Kopf in den Schoß eines jeden Untertanen legen könne. Auf diese Geschichte nimmt auch das Transparent des Stuttgart 21-Widerstands Bezug. Ob manche heutigen Landespolitiker dasselbe sagen könnten wie Graf Eberhard, wollen wir einmal sachte anzweifeln.  
Bei der Eberhardgruppe wendet man sich nach links und geht auf die schon sichtbare Pyramide des Planetariums zu.

Die Parkschützer, eine Gruppe innerhalb des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, haben alle Bäume nummeriert, die für das Projekt Stuttgart 21 gefällt werden müssten.
Das Stuttgarter Planetarium im Mittleren Schlossgarten
Man geht links am Planetarium vorbei und dann immer geradeaus.

Rechts des Wegs befindet sich ein Ruinenteil des ehemaligen Lusthauses. Seinerzeit war dies einer der prächtigsten Renaissancebauten Deutschlands. Das Ruinenteil wurde im Jahr 2010 aufwändig konserviert. Dahinter erhebt sich der Neubau des Innenministeriums zwischen Mittlerem Schlossgarten und Willy-Brandt-Straße. An diesen Riegel muss man sich erst einmal gewöhnen. Allerdings wird der Verkehrslärm der Willy-Brandt-Straße durch das neue Gebäude wirkungsvoll abgeschirmt. 
Der Winter vewandelt die Bäume in neue Gestalten.
Die Kälte hat den sogenannten Unteren See im Mittleren Schlossgarten vollständig zufrieren lassen. Da ist für Enten kein Platz mehr.
Man geht nun um den Unteren See herum und auf der Nordwestseite des Mittleren Schlossgartens wieder zum Hauptbahnhof zurück.

Man kommt am Gelände des sogenannten Schwarzen Donnerstags vorbei. Damit ist der 30. September 2010 gemeint, als hunderte von Polizisten teilweise mit Schlagstöcken, Wasserwerfern, Pfefferspray und körperlicher Gewalt Menschen zurückdrängten, die sich auf diesem Gelände aufhielten und gegen Stuttgart 21 demonstrierten. In der Nacht vom 30. 09. auf den 01.10. wurden hier wertvolle Bäume gefällt, um das sogenannte Grundwassermanagement für den Bau des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 einzurichten. Das Gelände ist heute stabil eingezäunt. Die Bauarbeiten wurden während der Schlichtung zu Stuttgart 21 eingestellt und sind bis heute nicht mehr wesentlich aufgenommen worden. Im Hintergrund sieht man den Hauptbahnhof mit dem Turm und dem Südflügel. Es ist kaum vorstellbar, dass der Südflügel, eines der wenigen historischen Gebäude, die Stuttgart noch besitzt, für Stuttgart 21 demnächst abgerissen werden sollen.  
Der Bauzaun war mehrere Wochen lang vollgehängt mit Plakaten gegen Stuttgart 21. Heute hängt hier noch ein Kranz mit der Inschrift: in tiefer Trauer, die Stuttgarter.
Damit ist man wieder am Ausgangspunkt des Spaziergangs durch den Mittleren Schlossgarten angekommen. Der Winter wird irgendwann vorbei sein. Der Widerstand gegen Stuttgart 21 dagegen wird bleiben und zum Erfolg führen! 

Dienstag, 21. Dezember 2010

Durch den Zettachwald östlich von S-Fasanenhof

Am 11. Dezember 2010 wurde eine neue Strecke der Stadtbahn Stuttgart eröffnet. Die von der Stadtbahnlinie U6 befahrene Neubaustrecke verläuft von S-Möhringen nach S-Fasanenhof mit vier neuen Haltestellen. Die neue Stadtbahnstrecke erleichtert einen Besuch des Zettachwalds ungemein. Von den beiden letzten Haltestellen der neuen Stadtbahnstrecke aus ist man in wenigen Minuten im Zettachwald. Ein Spaziergang durch den Zettachwald bietet sich gerade dann an, wenn man bei einer Fahrt mit der neuen Stadtbahnlinie sich auch noch ein wenig die Füße vertreten will. 

Der Zettachwald ist Naturschutzgebiet. Dieses 226 Hektar große Gebiet mit dem Namen "Weidach- und Zettachwald" umfasst ein Mosaik aus Wäldern und Streuobstwiesen sowie Bachläufen und erstreckt sich zwischen dem Stadtteil Fasanenhof im Westen und dem Stadtbezirk Plieningen im Osten.

Startpunkt des hier vorgeschlagenen 2,8 Kilometer langen Spaziergangs mit nur ganz schwachen Steigungen durch den Zettachwald ist die Stadtbahnhaltestelle EnBW City. Dies ist die vorletzte Haltestelle der neuen Stadtbahnstrecke durch den Stadtteil Fasanenhof. Der Endpunkt des Spaziergangs ist dann an der Endhaltestelle Fasanenhof Schelmenwasen.

Die neue Stadtbahnhaltestelle EnBW City befindet sich in halboffener Tieflage.
Man verlässt die Stadtbahnhaltestelle EnBW City auf der stadtauswärtigen Seite. An der Oberfläche wendet man sich nach links und geht rechts an dem großen Gebäudekomplex der EnBW vorbei direkt auf den Zettachwald zu.

Am Beginn des Zettachwalds zeigt die Beschilderung an, dass man sich in einem Naturschutzgebiet befindet.
An der ersten Wegverzweigung im Zettachwald biegt man nach links in den beschilderten Arbeitsdienstweg ab.

Die Wege im Zettachwald wurden vor kurzer Zeit neu beschildert.
Der sogenannte Arbeitsdienstweg senkt sich etwas in das Körschtal ab und beschreibt dann eine 180 Grad-Kehre. Man folgt dem Weg nach der Kehre weiter, links etwas unterhalb sieht man das offene Körschtal. 

Geheimnisvoll zeigt sich der Zettachwald an einem Tag mit leichtem Tauwetter. Die Feuchtigkeit kondensiert in der Nähe des Bodens.
 Nach einiger Zeit erreicht man leicht ansteigend eine Schutzhütte an einer Wegkreuzung.

Diese Hütte im Zettachwald schützt vor Regen und Schnee, nicht jedoch vor Sturm.
Bei der Wegkreuzung geht man geradeaus weiter und quert später einen Bachlauf.

Der Weg quert einen namenlosen Seitenbach der Körsch
Nach der Bachquerung biegt man bald nach rechts auf den beschilderten Hattenbachweg ab. Der Hattenbachweg macht später eine Biegung nach links. Darauf erreicht man den Waldrand.


Vom Rand des Zettachwalds blickt man auf die Filderebene mit der Autobahn A8 und den Hallen der Messe Stuttgart im Hintergrund.
Am Waldrand biegt man nach rechts ab. Bei nächster Gelegenheit geht es nochmals nach rechts zur bereits sichtbaren Endhaltestelle Fasanenhof Schelmenwasen der Stadtbahn.

Die Endhaltestelle Fasanenhof Schelmenwasen der Stadtbahnlinie U6 befindet sich im Industriegebiet Fasanenhof Ost.

Montag, 13. Dezember 2010

Durch die Grünanlage bei der untersten Hasenbergsteige

Die Hasenbergsteige, die aus dem Stuttgarter Talkessel nach Westen hinauf auf die Höhen am Kesselrand und beim Glemswald führt, beinhaltet in ihrem untersten Bereich eine kleine Grünanlage. In diesem Bereich besteht die Hasenbergsteige aus zwei Straßenfahrbahnen, die von unten nach oben in der Form eines gleichschenkligen Dreiecks auseinanderlaufen. Zwischen den beiden Fahrbahnen zwängt sich die Grünanlage ein.

Der aktuelle Anlass, diese Grünanlage zu besuchen, ist das neue Denkmal für Henry Dunant, das erst vor wenigen Wochen dort enthüllt wurde. Außer diesem Denkmal gibt es jedoch auch einige andere Dinge zu sehen.

Ein möglicher Ausgangspunkt für die unterste Hasenbergsteige ist die S-Bahnhaltestelle Feuersee. Man verlässt die unterirdische Haltestelle auf der stadtauswärtigen Seite und folgt der Rotebühlstraße stadtauswärts ca. 200 Meter. Dann biegt man nach links in die Hasenbergstraße ab. Die Hasenbergstraße geht man 250 Meter leicht aufwärts. Dann stößt man auf den Beginn der Hasenbergsteige, die halbrechts relativ steil weiter nach oben führt.

Gleich am Beginn der Hasenbergsteige befindet sich der Gänsepeterbrunnen. Dieser im Jahr 1901 eingeweihte Brunnen zeigt einen Hirten, der Mühe hat, seine weglaufenden Gänse zu bändigen. Früher wurden zum Martinstag am 11. November Gänse aus den umliegenden Dörfern nach Stuttgart getrieben.
Die untere Hasenbergsteige wird beidseits teilweise von beachtlichen Gebäuden aus der Gründerzeit flankiert. Auf der linken Seite mit der Hausnummer 3 befindet sich das Domizil der Internationalen Bachakademie. Dieses 1878/79 erstelle Gebäude ist ein Prachtbau im Stil der italienischen Renaissance.
Auf der rechten Seite der Hasenbergsteige sieht man an der Hausecke von Nr. 4 einen Hasen, der vor einem jagenden Hund flieht. Bildmotive sind bei Gebäuden des Jugendstils immer wieder zu sehen.
Der Hase von Haus Nr. 4 ist wirklich zu bedauern, denn an der Fassade von Haus Nr. 6 zielt ein Jäger mit seinem Gewehr genau in Richtung der Ecke von Haus Nr. 4.
In der Grünanlage vor Haus Nr. 10 steht das neu errichtete Denkmal für Henry Dunant, den Gründer des Roten Kreuzes. Er wohnte im Haus Nr. 10 von 1876 - 1887. 

Das Denkmal für Henry Dunant besteht aus vier versetzt übereinanderliegenden Quadern aus weißem Carrara-Marmor. Die versetzten Quader sollen die Brüche in Dunants Leben symbolisieren. Ein fünfter Quader befindet sich getrennt am Boden vor den anderen Quadern. Auf dem fünften Quader steht ein Ausspruch von Henry Dunant: "Oh, wie schön ist dieses Stuttgart. Ich liebe das Schwabenland." Als Henry Dunant in Stuttgart wohnte, mag dies uneingeschränkt zugetroffen haben. Heute hat die Schönheit zumindest einige Kratzer abgekommen. 
Auf den vier Seiten der Quader ist der Lebenslauf von Henry Dunant zu lesen.
  Je höher man steigt, desto breiter wird die Grünanlage.


In der kleinen Grünanlage in der untersten Hasenbergsteige, Blick talwärts
Am oberen Ende der Grünanlage befindet sich ein weiteres Denkmal.


Dieses Denkmal erinnert an den Dichter Johann Georg Fischer.
Vom oberen Ende der Grünanlage kann man denselben Weg zum S-Bahnhaltepunkt Feuersee zurückgehen. Es gibt jedoch auch eine Reihe von Möglichkeiten, den Spaziergang zu erweitern. 

Eine Möglichkeit ist, auf der Wannenstraße auf halber Höhe über S-Heslach entlangzuspazieren. Die Wannenstraße ist die Fortsetzung des linken Astes der unteren Hasenbergsteige. Am Ende der Wannenstraße führt die Gebelsbergstraße geradeaus weiter. Dann biegt man nach links in die Benckendorffstraße ab und gelangt zur Stadtbahnhaltestelle Bihlplatz (U1,U14), (1,4 Kilometer vom oberen Ende der Grünanlage Hasenbergsteige bis zur Stadtbahnhaltestelle Bihlplatz).

Dann gibt es die Möglichkeit, über die Karlshöhe zu gehen. Im oberen Bereich der Grünanlage Hasenbergsteige führt nach links eine Treppe aufwärts direkt zum Gipfel der Karlshöhe mit einigen interessanten Aussichtspunkten. Am Biergarten und am Weinberg vorbei geht es dann wieder abwärts. Am Ende der Parkanlage stößt man auf die Kreuzung Mörike-/ Silberburgstraße. Dort geht es nach links im Verlauf der Silberburgstraße zurück zum S-Bahnhaltepunkt Feuersee. (1,3 Kilometer vom Beginn der Treppe bis zur S-Bahnhaltestelle, steiler Anstieg zur Karlshöhe).    

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Neckarhochwasser bei Stuttgart-Bad Cannstatt

Ein Spaziergang entlang des Neckars in Stuttgart ist natürlich dann besonders interessant, wenn der Neckar Hochwasser führt. Das war am 8. 12. 2010 der Fall. Heftige Niederschläge und gleichzeitig starkes Tauwetter im Einzugsbereich des Neckars führten dazu, dass der Neckar ein Vielfaches der normalen Wassermenge hatte. 

Dabei sind beim Neckar als kanalisiertem Fluss unterschiedliche Wasserführungen nicht so schnell sichtbar wie bei einem frei fließenden Fluss. Das gilt insbesondere bei Niedrigwasser. Die Stauwehre mit ihren Schleusen halten den Fluss stets aufgestaut, so dass auch bei Niedrigwasser die Schifffahrt stattfinden kann. Umgekehrt steigt der Wasserspiegel des Neckars bei leichtem Hochwasser noch nicht besonders stark an. Für einen sichtbar höheren Wasserspiegel muss schon mächtig Wasser fließen - wie es in diesen Tagen der Fall war und noch ist.

Der in diesem Post beschriebene Spaziergang verläuft am orographisch rechten Ufer des Neckars von der König-Karls-Brücke bis zum Münstersteg. Damit ist dies die Fortsetzung des im Post vom 21.09.09 beschriebenen Neckaruferwegs von Untertürkheim bis zur König-Karls-Brücke. Der Weg ist durchgehend asphaltiert und führt fast immer direkt am Ufer des Neckars entlang. Die Weglänge ist 3,1 Kilometer. Ausgangspunkt ist die Haltestelle Mercedesstraße der Stadtbahnlinien U1 und U2. Endpunkt ist die Haltestelle Münster Rathaus der Stadtbahnlinie U14.

Von der Haltestelle Mercedesstraße, die sich auf der König-Karls-Brücke befindet, steigt man die Treppen hinab und wendet sich unter der Brücke nach links. Linker Hand befindet sich die Neckarschleuse Bad Cannstatt. Bald unterquert man die Neckarbrücke der viergleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Bad Cannstatt und dem Stuttgarter Hauptbahnhof.


Wenige Meter flussabwärts von der Eisenbahnbrücke Bad Cannstatt befindet sich eine Holzbrücke. Diese Brücke wurde im Rahmen der Bundesgartenschau 1977 angelegt. Sie stellt eine wichtige Fußwegverbindung zwischen Bad Cannstatt und dem Rosensteinpark, der Wilhelma, dem Schlossgarten und der Stuttgarter Innenstadt dar. Allerdings sind die Tage dieser Holzbrücke wohl gezählt. Ob nun das Projekt Stuttgart 21 verwirklicht wird oder ob ein alternatives Konzept zum Ausbau des Bahnknotens Stuttgart umgesetzt wird, an der Stelle der Holzbrücke wird es in den kommenden Jahren eine neue Eisenbahnbrücke geben. Für die Fußgänger soll unter der neuen Eisenbahnbrücke eine Querungsmöglichkeit des Neckars geschaffen werden. Im Hintergrund des Bilds ist Schloss Rosenstein.     
Blick von der Holzbrücke Bad Cannstatt neckarabwärts. Auf der linken Flussseite bei der Wilhelma befindet sich die Schiffsanlegestelle. Von dort starten Ausflugsschiffe neckarabwärts.
Neckarhochwasser, gesehen vom Holzsteg Bad Cannstatt: wohin die Treppe am Ufer hinabführt, ist nicht mehr zu sehen.
Blick vom Holzsteg Bad Cannstatt neckaraufwärts zur Eisenbahnbrücke und zur Schleuse Bad Cannstatt: mit unbändiger Kraft schießt das Hochwasser flussabwärts.
Blick von der Holzbrücke Bad Cannstatt neckarabwärts auf das rechte Neckarufer: der sichtbare Grünbereich nennt sich Seilerwasen. Dieser Bereich wurde ebenfalls im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 1977 angelegt. Dort befindet sich ein großer Spielplatz, sommers wird hier Sand ausgeschüttet, um ein Strandfeeling zu erzeugen. Die modellierten Hügel entsprechen dem Parkverständnis der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Heute würde man diese Hügel nicht mehr bauen. Statt dessen legt man heute Wert darauf, den Fluss und das Erlebnis Fluss näher an die Stadt heranzuführen. Und in dieser Hinsicht bewirken die Hügel gerade das Gegenteil.
Nach dem Abstecher auf die Holzbrücke geht es weiter am Neckar entlang im Bereich des Seilerwasens. Am Ende des Seilerwasens überquert man die Straße bei der Rosensteinbrücke. Nach der etwas umständlichen Querung geht es direkt am Neckarufer weiter. Nach kurzer Zeit quert man eine weitere Straße bei der Wilhelmsbrücke. Rechts befindet sich die Altstadt von Bad Cannstatt. Hinter der Wilhelmsbrücke kommt man am Theaterschiff vorbei.


Seit dem Jahr 2008 ist im Neckar bei Bad Cannstatt das Theaterschiff fest verankert und geöffnet. Hier werden Komödien und Kabarett gespielt und es gibt auch eine Bar.
www.theaterschiff-stuttgart.de


Hinter dem Theaterschiff kommt man an einem Uferabschnitt vorbei, der naturnah umgestaltet worden ist.



Naturnah umgestalteter Uferbereich des Neckars bei Bad Cannstatt
Ein Graureiher hält am Neckarufer Ausschau.
Man geht am Mühlsteg vorbei, einer weiteren Möglichkeit für Fußgänger, den Neckar zu queren. Auf der linken Uferseite des Neckars kommt nun immer mehr das Kraftwerk Münster in den Blick. Nach einiger Zeit kommt man erneut an einem Spielplatz vorbei, der in der Form eines Schiffs gestaltet ist. Dahinter unterquert man den langen Eisenbahnviadukt der Güterzugumgehungsbahn.

Der 855 Meter lange Eisenbahnviadukt über den Neckar zwischen S-Bad Cannstatt und S-Münster ist die längste Eisenbahnbrücke der Region Stuttgart.
Man kommt am Voltasteg vorbei, der hier erneut eine Querungsmöglichkeit des Neckars bietet. Bald darauf unterquert man die Reinhold-Maier-Brücke. Dahinter muss man das Neckarufer für eine ganz kurze Zeit nach rechts verlassen. Man kommt zur Hofener Straße, der man nach links folgt. Bald geht es wieder am Neckar und an einem kleinen Hafenbecken entlang. Rechter Hand am Prallhang des Neckars erheben sich Weinberge. Nach kurzer Zeit ist der Münstersteg erreicht.

Münstersteg über den Neckar mit Weinbergen im Hintergrund
Über den Münstersteg kommt man zum linken Neckarufer bei Stuttgart-Münster. Dort befindet sich die Stadtbahnhaltestelle Münster Rathaus.

Montag, 6. Dezember 2010

Aussichtspunkt Hasenbergsteige bei Stuttgart-West

Die Hasenbergsteige führt steil aus dem Stuttgarter Talkessel in Richtung Westen hinauf auf den Hasenberg und die Höhen des Glemswalds. Früher verlief die Fernstraße zwischen Stuttgart und Calw im Schwarzwald über die Hasenbergsteige.

Die Hasenbergsteige nutzt einen Bergsporn, den der Hasenberg (so nennt man diesen Teil des Kesselrands) in Richtung der Stuttgarter Innenstadt vorschiebt. Eigentlich müsste die Aussicht von der Hasenbergsteige überragend sein. Jedoch wird die Sicht auf Stuttgart-West und auf Stuttgart-Süd durch die Bebauung und den Bewuchs stark eingeschränkt. 

Eine Ausnahme bildet der Aussichtspunkt Hasenbergsteige, der sich etwa in der Mitte der Steige oberhalb von Haus Nr. 48 befindet. Der Aussichtspunkt befindet sich am nördlichen Rand der Steige. Die Aussicht geht von hier aus in Richtung Norden und Nordosten über weite Teile des Stuttgarter Stadtbezirks West und über einen Teil von Stuttgart-Mitte.

Der Aussichtspunkt Hasenbergsteige wurde auf dem Dach eines Wasserbehälters angelegt. Eine Zeitlang verhinderte ein Zaun, dass man bis zur Kante der Plattform vorgehen konnte. Erst seit kurzer Zeit ist dies wieder möglich. Es versteht sich von selbst, dass man von der Plattform keine Gegenstände nach unten in die Gärten oder die darunterliegenden Häuser werfen darf. Schilder weisen darauf extra hin.

Aussichtspunkt Hasenbergsteige: Erst seit kurzem kann man wieder bis zur Kante vorgehen.
Blick vom Aussichtspunkt Hasenbergsteige auf den oberen Stuttgarter Westen: in der rechten Bildhäfte ist der Betonturm der Pauluskirche, im Hintergrund erstreckt sich der Kesselrand beim Kräherwald.
Blick vom Aussichtspunkt Hasenbergsteige auf den unteren Stuttgarter Westen: in der Bildmitte ist der Turm der Elisabethenkirche, rechts im Hintergrund am Kesselrand sind der Bismarckturm und der dahinterliegende Killesberg.
Blick vom Aussichtspunkt Hasenbergsteige auf Teile von S-West und S-Mitte: im Hintergrund kann man gut die einzige Öffnung des Stuttgarter Talkessels hin zum Neckartal erkennen.
Blick vom Aussichtspunkt Hasenbergsteige auf einen Teil von S-Mitte: der Turm des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist gerade noch am linken Bildrand zu sehen, in der Bildmitte ist der weiße Turm des Stuttgarter Rathauses, der Berg dahinter ist die Uhlandshöhe am östlichen Rand des Talkessels.
Im Verlauf der Hasenbergsteige fährt weder die Stadtbahn noch eine Buslinie. Um zum Aussichtspunkt Hasenbergsteige zu kommen, muss man somit einen gewissen Anmarschweg mit Steigungen zurücklegen, egal aus welcher Richtung man kommt. 

Ein möglicher Ausgangspunkt ist der S-Bahnhaltepunkt Schwabstraße. Man verlässt die unterirdische Station auf der Seite Innenstadt. An der Obefläche geht man einige Meter die Rotebühlstraße aufwärts und biegt dann nach links in die Rötestraße ab. Am oberen Ende der Rötestraße bietet eine Staffel (Treppe), die Rötestaffel, die Fortsetzung. Die Rötestaffel führt hinauf zur Hasenbergsteige. Dort hält man sich nach rechts und geht weiter aufwärts bis zum Aussichtspunkt auf der rechten Seite. Die einfache Entfernung ist ca. 800 Meter.   

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Durch den Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt

Letztes Jahr um diese Zeit ging es in diesem Blog um den Stuttgarter Weihnachtsmarkt (Posts vom 2.12.2009 und vom 3.12.2009) sowie um den Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt (Post vom 4.12.2009). Heute geht es einmal in den Norden der Region Stuttgart zum Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt.

Während beim Stuttgarter Weihnachtsmarkt die Größe und die schön geschmückten Stände beeindrucken, während beim Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt die historische Altstadt und das Freilichtmuseum des Mittelaltermarkts im Vordergrund stehen, ist beim Ludwigsburger Weihnachtsmarkt der barocke Stadtrahmen das bestimmende Motiv.

Der Ludwigsburger Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr vom 23. November bis zum 22. Dezember statt. Über 175 Stände verbreiten weihnachtliche Atmosphäre. Auf einer kleinen Bühne wird täglich um 15 Uhr und um 19 Uhr ein Programm geboten, an den Wochenenden auch um 17 Uhr. Der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt konzentriert sich auf den Marktplatz. Buden befinden sich auch in der am Marktplatz nördlich anschließenden Unteren Marktstraße sowie auf der im Westen anschließenden Asperger Straße.

Plakat zum Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt
Der Ludwigsburger Marktplatz wird von zwei Kirchen dominiert: hier sieht man die zweitürmige evangelische Stadtkirche, erbaut 1718-26 von Frisoni. 
Gegenüber der evangelischen Stadtkirche befindet sich die eintürmige katholische Stadtpfarrkirche, erbaut 1727-32. In der Mitte des Marktplatzes ist der Marktbrunnen, erbaut 1723-24 von Ferretti. Auf dem Brunnen ist das Standbild von Herzog Eberhard Ludwig, dem Gründer von Ludwigsburg. 
Auf der Westseite der evangelischen Stadtkirche setzt sich der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt in der Asperger Straße fort. Auf dem Weihnachtsmarkt sind auch verschiedene Karussells für Kinder zu finden.
Der Ludwigsburger Marktplatz ist vom Bahnhof ca. 800 Meter entfernt. Vom Bahnhof folgt man der Myliusstraße und geradeaus weiter über den Schillerplatz. Dann geht es halblinks in die Arsenalstraße bis zur Wilhelmstraße. Man überquert die Wilhelmstraße und folgt ihr nach rechts. Bald biegt nach links die Obere Marktstraße ab, die zum Marktplatz führt.