Freitag, 4. März 2011

Zwischen Rathaus und Tagblattturm in der Stuttgarter Innenstadt


Bei diesem kleinen Stadtspaziergang durch einen Teil der Stuttgarter Innenstadt trifft man auf eine für Stuttgart typische Mischung aus historischen Gebäuden und teilweise gesichtslosen Bauten des schnellen Wiederaufbaus nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.

Ausgangspunkt ist der Marktplatz. Die Gebäude um den Marktplatz einschließlich des Rathauses wurden im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Der Wiederaufbau der Gebäude erfolgte in einer arg nüchternen Form. Ein Schmuckstück ist der heutige Marktplatz nicht gerade.

Das 1899 bis 1905 erbaute Stuttgarter Rathaus im Baustil des Historismus (flämische Gotik) wurde im Zweiten Weltkrieg zu einem Teil zerstört. In den Jahren 1953 bis 1956 wurde der Flügel zum Marktplatz einschließlich des Turms im Stil der Neuen Sachlichkeit neu gebaut. Zum Wahrzeichen ist dieser Neubau nicht geworden.
Der Brunnen auf dem Marktplatz stammt aus dem Jahr 1714.
Durch einen Durchlass in der Marktplatzfront des Rathauses erreicht man die Eichstraße. Die Eichstraße wird von einem Flügel des Rathauses flankiert, der noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt.

An der Wand des Rathauses in der Eichstraße befindet sich ein Hegel-Standbild aus rotem Sandstein.
Am Ende der Eichstraße biegt man nach links in die Nadlerstraße ab und gleich darauf nach rechts in die Geißstraße. Nun befindet man sich in einem Gebiet, das noch einen ursprünglichen altstädtischen Eindruck macht. Jedoch sind auch die Häuser dieses Gebiets jünger als man vielleicht denkt. Denn sie entstammen einer Altstadtsanierung Anfang des 20. Jahrhunderts.

In der Geißstraße und um den Geißplatz befinden sich zahlreiche Lokale.
Die Geißstraße führt zum Geißplatz mit dem Hans im Glück - Brunnen.

Ein Detail des Hans im Glück-Brunnens auf dem Geißplatz, der Brunnen wurde zum Abschluss der Altstadtsanierung in diesem Gebiet im Jahr 1909 eingeweiht.
Beim Geißplatz wendet man sich nach links und gelangt auf einem namenlosen Straßenstück zur Eberhardstraße. Links an der Hausecke befindet sich der Merkur-Brunnen.

Der 1910 erbaute Merkur-Brunnen ist ein Wandbrunnen.
Man wendet sich nun nach rechts in die Eberhardstraße. Im Vorblick sieht man bereits den Tagblattturm.

Der 1924 bis 1928 erbaute 18stöckige Tagblattturm war das erste Stahlbetonhochhaus der Welt.
An der Einmündung Eberhard-/ Torstraße befindet sich das Geburtshaus des Philosophen Hegel. Das im 16. Jahrhundert erbaute Haus wurde in den Jahren 1989 - 91 saniert und beherbergt heute das Hegel-Museum.
Man überquert nun die Steinstraße und folgt weiter der Eberhardstraße halbrechts am Kaufhaus Galeria Kaufhof vorbei. Hinter dem Kaufhaus biegt man nach rechts ab und steigt die Treppe am Hirschbuckel hinunter.

Die Hirschbuckeltreppe bewältigt den Höhenunterschied zwischen der Eberhardstraße und der Hirschstraße. Links ist das Kaufhaus Galeria Kaufhof. In den Jahren 1926-28 wurde hier das Kaufhaus Schocken errichtet, ein architektonisches Meisterwerk und Beispiel für den Baustil des Neuen Bauens. Obwohl dieses Gebäude im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört worden war, wurde es Anfang der Sechziger Jahre abgerissen, ein großer und bis heute bedauerter Verlust für die Stadt.
Man folgt nun der Hirschstraße zurück zum Marktplatz. Die Fußgängerzone Hirschstraße besteht zum größten Teil aus gesichtslosen Gebäuden, die nach dem Zweiten Weltkrieg schnell hochgezogen wurden.

Die Rückseite des Rathauses ist noch aus der Zeit von 1905 erhalten. Sie bildet einen Lichtblick im Häusereinerlei der Hirschstraße.
An der Front des Rathauses zur Hirschstraße hängt die Plastik der Stuttgardia. Diese Figur befand sich ursprünglich am Turm des Rathauses von 1905. Im Jahr 1968 wurde sie an die neugebaute Rathausfront gebracht. 
Die Länge des kleinen Spaziergangs ist 800 Meter. Bis auf die abwärtsführende Treppe am Hirschbuckel verläuft der Spaziergang nahezu eben.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt.   

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