Freitag, 9. September 2011

Pomeranzengarten in Leonberg


Eine Pomeranze ist eine Bitterorange, eine Kreuzung zwischen einer Pampelmouse und einer Mandarine. Nach dieser Frucht ist der Pomeranzengarten in Leonberg benannt, der einzige erhaltene Renaissancegarten in Baden-Württemberg. Der Pomeranzengarten befindet sich an einer Hangterrasse am Rand der Altstadt von Leonberg gleich unterhalb des Schlosses.

Der Pomeranzengarten bildet ein Rechteck mit den Seitenlängen 80 mal 30 Meter. Der streng geometrisch angelegte Terrassengarten ist durch eine massive und hohe Mauer zur Talseite hin abgegrenzt. An den vier Ecken des Gartens befinden sich wehrturmartige Pavillons. Drei prachtvolle Bunnen befinden sich in der Mitte des Gartens sowie an den Viertelspunkten der Längsrichtung. Ansonsten besteht der Garten aus einer Vielzahl geometrischer Beete und den dazwischen verlaufenden Wegen. 

Der Garten wurde ab dem Jahr 1609 vom berühmten schwäbischen Renaissance-Baumeister Heinrich Schickardt errichtet. In dieser Zeit wurde das Leonberger Schloss ein Witwensitz des Hauses Württemberg. Um 1960 war der Pomeranzengarten verwildert. Im Jahr 1980 wurde der Garten nach den Originalplänen von Heinrich Schickardt vom Land Baden-Württemberg und von der Stadt Leonberg wiedergestellt. Seit dieser Zeit ist der einzige Terrassengarten der Spätrenaissance in Deutschland für die Besucher tagsüber während des ganzen Jahres kostenlos geöffnet.


Eine große Mauer und wuchtige Treppen grenzen den Pomeranzengarten zur Talseite hin ab.
Eine Vielzahl von akurat hergerichteten Beeten gliedert den auf einer leicht geneigten Terrasse gelegenen Pomeranzengarten.
Blick vom Pomeranzengarten auf die "Skyline" von Leonberg
einer der beiden kleineren Brunnen an den Viertelspunkten des Pomeranzengartens
Brunnendetail
der große Brunnen in der Mitte des Pomeranzengartens mit dem Leonberger Schloss im Hintergrund
Brunnendetail
eines der vier Ecktürmchen im Pomeranzengarten von Leonberg
Den am Hang gelegenen Pomeranzengarten kann man von oben her - vom Schloss bzw. vom Marktplatz in Leonberg - aus erreichen oder auf zwei Wegen von unten her. Reist man mit der S-Bahn an, steigt man von unten zum Pomeranzengarten auf.

Man fährt mit der S 6 bis zum Bahnhof von Leonberg. Vom Bahnhof geht man in Richtung Osten durch den Busbahnhof hindurch und folgt dann der Bahnhofstraße. Dort wo die Bahnhofstraße eine Rechtskurve macht, sieht man über den Häusern zum ersten Mal das Leonberger Schloss. Man überquert die Einmündung der Rutesheimer Straße und folgt der Bahnhofstraße noch ein paar Meter leicht aufwärts. Bald sieht man auf der linken Straßenseite den beschilderten Treppenaufgang zum Pomeranzengarten. Der Garten befindet sich oben auf der linken Seite der Treppe. Der Weg vom Bahnhof bis zum Treppenaufgang ist ca. 700 Meter lang. 

Nach der Besichtigung des Gartens kann man nach oben weitergehen und durch den Schlosshof zur Altstadt von Leonberg gelangen. Oder man geht zurück zum Bahnhof und steigt auf der Nordwestseite des Gartens auf einem Weg zur Rutesheimer Straße ab. Alternativ kann man auch am Fuß der im ersten Bild gezeigten massiven Mauer auf einem Weg zur Rutesheimer Straße kommen. Bei der Kreuzung der Rutesheimer Straße mit der Mühlstraße geht man die Mühlstraße nach links leicht aufwärts und kommt wieder zum Bahnhof. Auch der Rückweg ist ca. 700 Meter lang.      

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