Montag, 14. November 2011

Stadtpark in Leonberg


Vor über 30 Jahren noch ein Steinbruch - heute ein interessanter Landschaftspark: das Gelände südwestlich der Römerstraße und der Berliner Straße in Leonberg hat eine erstaunliche Wandlung durchgemacht. Von 1894 bis 1977 wurde auf diesem Gelände Gips abgebaut. Der  Gips war als Dünger und als Baustoff gefragt. 

Die Abbaugrube ist heute noch vorhanden. Ihr Grund ist teilweise mit einem See gefüllt. Im Osten der ehemaligen Grube ist die Abbauwand mit den einzelnen Gipsschichten noch gut erhalten. Eine Tafel am Grund der Baugrube gibt Auskunft über die Gesteinsschichten. Da sieht man tatsächlich den berühmt-berüchtigten Gipskeuper, ein Gestein, das etwa Tunneln große Probleme bereitet. 

Ansonsten findet man im Stadtpark Leonberg ein ausgedehntes Wegenetz, das sich um die Gipsgrube herum und in sie hinab erstreckt. Von einem Hügel aus hat man einen Überblick über den ganzen Park.

Im Stadtpark von Leonberg mit Hotel und Stadthalle im Hintergrund
Der Stadtpark von Leonberg befindet sich bei der sogenannten Neuen Mitte der Stadt. Die Hochhäuser mögen aus der Ferne durchaus reizvoll aussehen. Ist man jedoch zu Fuß dort unterwegs, hat man einen desolaten Eindruck der Stadt.
See und Grubenwand im ehemaligen Gipssteinbruch im Stadtpark Leonberg
Am Rand des Sees befindet sich die Seebühne. Hier finden das Seebühnenkonzert und andere Kulturveranstaltungen statt.
Von einem Hügel im Park rauscht ein künstlicher Bach in Richtung See hinab.
Der Bach "entspringt" auf dem Gipfel des Hügels und läuft dann schneckenhausförmig um den Hügel herum ins Tal hinab, sicher eine energieintensive Angelegenheit.
Blick vom Hügel im Stadtpark Leonberg in Richtung der ehemaligen Gipsgrube
Man kann den Stadtpark Leonberg zu Fuß vom S-Bahnhof Leonberg (S6) aus erreichen. Hierzu überquert man vor dem Bahnhofsgebäude die Bahnhofstraße und steigt auf Treppen hinauf zur Römerstraße. Man folgt der Römerstraße nach links, überquert die große Kreuzung Römerstraße / Leonberger Straße, folgt dahinter weiter der Römerstraße und biegt hinter dem Hotel nach rechts von der Straße ab. Sofort ist man am Rand des Stadtparks bei der Stadthalle. Die Entfernung vom Bahnhof bis zur Stadthalle ist ca. 1 Kilometer. Man kommt hier durch das Leonberg außerhalb der Altstadt, und dieses Leonberg ist in städtebaulicher Hinsicht eine leichte Katastrophe. Es sieht ein wenig amerikanisch aus, wobei doch der morbide Charme, den die amerikanischen Suburbiastraßen haben, fehlt. Da ist man fast froh, wenn man endlich im Stadtpark ist.

Im Stadtpark gibt es eine Vielzahl von Wegen. Ein bis zwei Stunden kann man sich bei gutem Wetter leicht im Park aufhalten. Vom Parkende zwischen Hotel und Stadthalle führt übrigens ein bedachter Fußweg zum Leo-Center, einem der größten geschlossenen Einkaufszentren ("Mall") weit und breit. Werktags könnte man somit nach dem Stadtparkbesuch das amerikanische Feeling im Leo-Center vervollständigen.         

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