Wildnis gibt es in Deutschland in den Naturwaldreservaten (in BW heißen die Naturwaldreservate als einzigem Bundesland "Bannwald"), in den Kernzonen der Biosphärenreservate (in BW Biosphärengebiet), in einem mehr oder weniger großen Teil der Nationalparks sowie in einigen wenigen Naturschutz- und FFH-Gebieten.
Im Naturpark Schönbuch gibt es zur Zeit drei Bannwälder. Nur einer davon befindet sich in der Region Stuttgart. Dies ist der Bannwald Silbersandgrube. Eine Umrundung dieses Bannwalds ist ein schöner Schönbuchspaziergang, bei dem man gleichzeitig noch an einer archäologischen Sehenswürdigkeit vorbeikommt.
Der Bannwald Silbersandgrube mit einer Größe von 19,6 Hektar wurde im Jahr 1993 verordnet. Vorausgegangen waren die Stürme Vivian und Wibke, die Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts das Gebiet, in dem später der Bannwald eingerichtet wurde, sowie die angrenzenden Gebiete großflächig verwüsteten. Der Bannwald Silbersandgrube ist ein gutes Anschauungsobjekt für die Kraft der Natur, die ohne Zutun des Menschen einen neuen Wald aufbaut.
Ausgangspunkt der kleinen Wanderung ist der Wanderparkplatz Schaichhof südlich von Holzgerlingen. Von der Autobahn A81 fährt man bei der Anschlussstelle Hulb auf die B 464 in Richtung Süden. Man fährt an Holzgerlingen vorbei, später noch an der Kreuzung beim Schaichhof. Dahinter tritt die B 464 mit einer Linkskurve in den Wald und gleichzeitig in den Naturpark Schönbuch ein. Bald fährt man an einem Schild vorbei, das den nächsten Wanderparkplatz rechts der Straße ankündigt. Man muss von der B464 scharf rechts auf einen Fahrweg abbiegen. Dem Fahrweg folgt man 1,3 Kilometer, bis man auf der linken Seite zum Parkplatz kommt.
Vom Parkplatz geht es nach Süden in den Wald hinein. Man folgt der Beschilderung "Ehemalige Kapelle" (das ist die bereits genannte archäologische Sehenswürdigkeit). 250 Meter nach dem Start kommt man zum Schönbuchgatter, das einen von drei Rotwildbezirken in BW umfasst. Man geht durch das Tor und geradeaus weiter. 400 Meter nach dem Gatter kommt man zu einer Weggabelung. Man nimmt den rechten Ast und steigt etwas an. Links des Wegs ist ein Wasserbehälter. Ein Kilometer nach der Gabelung kommt man zu einer Dreifachweggabelung. Hier beginnt der Bannwald. Man nimmt nun den nach links führenden Weg (auf einem Schild steht der Name Schneißenweg). Über den mittleren grasigen Weg kommt man später wieder hierher zurück. Der Bannwald befindet sich zwischen dem nach links führenden und dem mittigen grasigen Weg, die Umrundung des Bannwalds verläuft im Uhrzeigersinn. Nun geht es am Bannwald entlang, der sich rechts des Wegs (Schneißenweg) befindet.
| Rechts des Wegs sieht man bald Schilder, die den Bannwald kennzeichnen. |
| Die Birke ist eine Pionierbaumart, die verwüstete Flächen als erste besiedelt. |
| Dieser Baum liegt nun schon 20 Jahre am Boden, sein Holz wird von Tieren und Pflanzen hunderter Arten zersetzt. |
| Von Moos überzogenes Totholz und Winternebel sorgen für geheimnisvolle Stimmungen. |
| Baumpilz auf Totholz |
| Reste der Klause (Vordergrund) und Kapelle (Hintergrund) der ehemaligen Einsiedelei auf dem Bromberg |
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