Dienstag, 27. Dezember 2011

Rund um den Bannwald "Silbersandgrube" im Schönbuch


Die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets - wie zum Beispiel die Wilderness Area in den USA - gibt es bisher in Deutschland nicht. Zwar sind Betrebungen auf EU-Ebene im Gange, Wildnisgebiete in Europa zu fördern, zu katalogisieren und in Richtlinien zu fassen. Bis das aber nach Baden-Württemberg vordringt, wird es noch ein paar Jahre dauern. Solange muss man sich Wildnisgebiete mühsam zusammensuchen. Aber es gibt solche Gebiete, auch in der Region Stuttgart.

Wildnis gibt es in Deutschland in den Naturwaldreservaten (in BW heißen die Naturwaldreservate als einzigem Bundesland "Bannwald"), in den Kernzonen der Biosphärenreservate (in BW Biosphärengebiet), in einem mehr oder weniger großen Teil der Nationalparks sowie in einigen wenigen Naturschutz- und FFH-Gebieten. 

Im Naturpark Schönbuch gibt es zur Zeit drei Bannwälder. Nur einer davon befindet sich in der Region Stuttgart. Dies ist der Bannwald Silbersandgrube. Eine Umrundung dieses Bannwalds ist ein schöner Schönbuchspaziergang, bei dem man gleichzeitig noch an einer archäologischen Sehenswürdigkeit vorbeikommt.

Der Bannwald Silbersandgrube mit einer Größe von 19,6 Hektar wurde im Jahr 1993 verordnet. Vorausgegangen waren die Stürme Vivian und Wibke, die Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts das Gebiet, in dem später der Bannwald eingerichtet wurde, sowie die angrenzenden Gebiete großflächig verwüsteten. Der Bannwald Silbersandgrube ist ein gutes Anschauungsobjekt für die Kraft der Natur, die ohne Zutun des Menschen einen neuen Wald aufbaut.

Ausgangspunkt der kleinen Wanderung ist der Wanderparkplatz Schaichhof südlich von Holzgerlingen. Von der Autobahn A81 fährt man bei der Anschlussstelle Hulb auf die B 464 in Richtung Süden. Man fährt an Holzgerlingen vorbei, später noch an der Kreuzung beim Schaichhof. Dahinter tritt die B 464 mit einer Linkskurve in den Wald und gleichzeitig in den Naturpark Schönbuch ein. Bald fährt man an einem Schild vorbei, das den nächsten Wanderparkplatz rechts der Straße ankündigt. Man muss von der B464 scharf rechts auf einen Fahrweg abbiegen. Dem Fahrweg folgt man 1,3 Kilometer, bis man auf der linken Seite zum Parkplatz kommt.

Vom Parkplatz geht es nach Süden in den Wald hinein. Man folgt der Beschilderung "Ehemalige Kapelle" (das ist die bereits genannte archäologische Sehenswürdigkeit). 250 Meter nach dem Start kommt man zum Schönbuchgatter, das einen von drei Rotwildbezirken in BW umfasst. Man geht durch das Tor und geradeaus weiter. 400 Meter nach dem Gatter kommt man zu einer Weggabelung. Man nimmt den rechten Ast und steigt etwas an. Links des Wegs ist ein Wasserbehälter. Ein Kilometer nach der Gabelung kommt man zu einer Dreifachweggabelung. Hier beginnt der Bannwald. Man nimmt nun den nach links führenden Weg (auf einem Schild steht der Name Schneißenweg). Über den mittleren grasigen Weg kommt man später wieder hierher zurück. Der Bannwald befindet sich zwischen dem nach links führenden und dem mittigen grasigen Weg, die Umrundung des Bannwalds verläuft im Uhrzeigersinn. Nun geht es am Bannwald entlang, der sich rechts des Wegs (Schneißenweg) befindet.

Rechts des Wegs sieht man bald Schilder, die den Bannwald kennzeichnen.
Die Birke ist eine Pionierbaumart, die verwüstete Flächen als erste besiedelt.
Dieser Baum liegt nun schon 20 Jahre am Boden, sein Holz wird von Tieren und Pflanzen hunderter Arten zersetzt.
Von Moos überzogenes Totholz und Winternebel sorgen für geheimnisvolle Stimmungen.
Baumpilz auf Totholz
Ca. 700 Meter nach der Dreifachgabelung endet der rechts des Wegs gelegene Bannwald. Man folgt dem Weg weiter geradeaus und kommt bald zu einer markanten Rechtsbiegung des Wegs. Dort befinden sich links des Wegs die Überreste einer ehemaligen Einsiedelei. Eine Tafel gibt über die Geschichte der Einsiedelei Auskunft.

Reste der Klause (Vordergrund) und Kapelle (Hintergrund) der ehemaligen Einsiedelei auf dem Bromberg
Von der ehemaligen Einsiedelei folgt man dem Forstweg weiter, der nun fast einen 180 Grad-Bogen gemacht hat. Man geht nun Richtung Westen und bald Nordwesten. Links des Wegs fällt nun der Hang des Brombergs steil in das Tal des Großen Goldersbachs ab. Bald befindet sich rechts des Wegs wieder der Bannwald Silbersandgrube. 800 Meter nach der ehemaligen Einsiedelei kommt man zu einer Wegverzweigung. Rechts sieht man das Bannwaldschild, links sieht man ein Schild, das auf eine Wildschutzzone hinweist. Hier biegt man nach rechts auf den Grasweg ab, der zwischen Bannwald (rechts) und Wildschutzzone (links) entlangführt. 650 Meter geht man auf dem grasigen Weg, dann hat man wieder die schon bekannte Dreifachgabelung erreicht. Von dort geht es zum Parkplatz zurück. Die gesamte Wegstrecke ab / bis Parkplatz ist ca. 6 Kilometer lang.                 

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