Samstag, 6. September 2014

Der Stuttgarter Tagblatt-Turm ist das Denkmal des Monats September 2014

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat den Tagblatt-Turm in Stuttgart zum Denkmal des Monats September 2014 erklärt. Damit unterstreicht die Denkmalstiftung die Bedeutung des Tagblatt-Turms als eines der wichtigsten Zeugnisse des neuen Bauens in Süddeutschland. 

Im Jahr 2014 laufen beim Tagblatt-Turm Baumaßnahmen, die dem Bauwerk das historische Erscheinungsbild zurückgeben sollen. Die Fenster des Bauwerks, die undicht sind und nicht mehr dem Originalzustand entsprechen, werden denkmalgerecht saniert und durch vertikale Holzschiebefenster nach dem Original-Design von 1928 ausgetauscht. 


Der Tagblatt-Turm wurde in den Jahren 1924 - 1928 von Ernst Otto Oßwald erbaut. Das 61 Meter hohe, 18stöckige Gebäude war seinerzeit das höchste Gebäude Stuttgarts sowie das erste Stahlbeton-Hochhaus Deutschlands und das erste Sichtbeton-Hochhaus der Welt. Der Bundestag hat den Tagblatt-Turm im Jahr 2013 zum Denkmal von nationaler Bedeutung ernannt.

Das Hochhaus wurde für die Zeitung Neues Tagblatt errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Tagblatt-Turm zum Sitz der Stuttgarter Zeitung. Im Jahr 1976 verlegte die Stuttgarter Zeitung ihren Sitz nach S-Möhringen. 1982 wurde der Tagblatt-Turm umgebaut und erweitert. Hierbei hat man die originalen Schiebefenster der für das Neue Bauen charakteristischen Fensterbänder durch einfache Dreh- und Kippfenster ersetzt. Dieser Schritt soll jetzt wieder rückgängig gemacht werden. In den Jahren 2002 - 2004 wurden verschiedene Altbauten am Fuß des Turms saniert und zum Kulturzentrum "Unterm Turm" zusammengefasst.

Wie kommt man hin?
Vom S-Bahn-Haltepunkt Stadtmitte geht man auf der dem Hauptbahnhof gegenüberliegenden Seite hinauf zur Fußgängerpassage und zur Straßenoberfläche. Man folgt dann der Straße Rotebühlplatz bis zur Einmündung der Königstraße. Dort geht man geradeaus weiter (dieser Abschnitt heißt ebenfalls Königstraße) bis zur Einmündung der Tübinger Straße. Man folgt von dort weiterhin geradeaus der Eberhardstraße. Bei der Einmündung Eberhard-/ Torstraße befindet sich der Tagblatt-Turm. Die Entfernung ist ca. 450 Meter.

Im Gebiet unterwegs
Es empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang rund um das Viertel, in dem sich der Tagblatt-Turm befindet. Man folgt der Eberhardstraße bis zur Einmündung Tübinger Straße. Von dort geht man die Tübinger Straße entlang bis zur Einmündung der Christophstraße. Nach 120 Metern in der Christophstraße kann man auf einen Fußgängerdurchlass nach links abbiegen und schließlich wieder auf die Eberhardstraße zurückkommen. Dieser Durchlass ist mit dem Beginn von Bauarbeiten im Jahr 2015 in diesem Bereich möglicherweise nicht mehr gangbar. Nähere Erläuterungen zu den Gebäuden und Straßen des kleinen Rundgangs sind als Bildunterschriften weiter unten enthalten.        

denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt.

Blick von der Einmündung Eberhard-/ Torstraße auf den Tagblatt-Turm
Der Tagblatt-Turm mit seinen charakteristischen Fensterbändern, seiner Fassade aus Sichtbeton und seinem gestaffelten oberen Abschluss gehört zu den wichtigsten Zeugnissen des Neuen Bauens.
Dieses Gebäude in der Eberhardstraße zwischen dem Tagblatt-Turm und der Einmündung Tübinger Straße soll im Jahr 2015 abgerissen werden. Die unter Denkmalschutz stehende Fassade soll Stein für Stein abgetragen und am neuen Gebäude wieder angebracht werden. Im Jahr 2014 kann man noch durch einen Durchlass im Gebäude in den Bereich zwischen Eberhardstraße und Christophstraße hindurchgehen.
Historische Gebäude in der Eberhardstraße zwischen Tagblatt-Turm und der Einmündung Tübinger Straße (links) und schmuckloser Neubau als Teil der früheren Eberhard-Passagen (rechts)
Die Tübinger Straße wurde vor wenigen Jahren zwischen der Einmündung in die Eberhardstraße und der Kreuzung mit der Sophienstraße umgestaltet. Autos, Radfahrer und Fußgänger teilen sich nun dieselbe Verkehrsfläche. Rein formal ist die Straße allerdings weder als verkehrsberuhigter Bereich noch als "shared space" (ein aus den Niederlanden kommendes Gestaltungsprinzip für öffentliche Flächen) ausgewiesen.
Die Eberhard-Passagen wurden in den vergangenen zwei Jahren umgebaut. An Stelle der Passagen öffnet am 6. September 2014 dort über vier Stockwerke ein Kaufhaus für Outdoor-Ausrüstung.
Blick auf den im Zusammenhang mit dem Bau der Eberhard-Passagen neugestalteten Stadtbereich. Rechts im Bild sieht man einen der Durchgänge zwischen Christophstraße und Eberhardstraße.
Dieser Bereich zwischen der Eberhardstraße und der Christophstraße wird in den kommenden Jahren im Zuge des Neubaus des Gebäudes im Hintergrund seine Gestalt grundlegend ändern.

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