Samstag, 30. August 2014

Jakobsweg von Frickenhausen nach Neckartailfingen

Baden-Württemberg ist möglicherweise diejenige Region, die über das dichteste Netz an Jakobswegen verfügt. Das Netz ist so dicht und in Teilen unübersichtlich, dass potenzielle Nutzer der Jakobswege manchmal verwirrt werden. Dazu trägt auch bei, dass es keinen einheitlichen Betreiber der Jakobswege gibt. Dadurch weist die Markierung und Dokumentation der Jakobswege eine unterschiedliche Qualität auf.

Durch die Region Stuttgart führen der Jakobsweg Rothenburg ob der Tauber - Rottenburg am Neckar sowie der Göppinger Jakobsweg. Der erstgenannte Jakobsweg teilt sich in der Region Stuttgart zudem in zwei Wegvarianten auf.

Hier gibt es eine Übersicht über die Jakobswege in der Region Stuttgart. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog verlinkt, die sich mit einzelnen Abschnitten der Jakobswege befassen.

Heute wollen wir erneut eine Etappe des Jakobswegs in der Region Stuttgart begehen. Diese Etappe verläuft von Frickenhausen im Neuffener Tal bis nach Neckartailfingen im Neckartal. Die Länge der Etappe ist ca. 11 Kilometer.

Sonntag, 24. August 2014

Waldkulturerbe "Neuweiler Viehweide" im Schönbuch

Der Schönbuch ist ein ausgedehntes Waldgebiet im Süden der Region Stuttgart. Im Mittelalter und bis zum Beginn der Neuzeit sah der Schönbuch anders aus als dies heute der Fall ist. Von Goethe ist eine Beschreibung des Schönbuch überliefert, die er bei einer Kutschenfahrt von Stuttgart nach Tübingen verfasste. 

Der Schönbuch hatte gemäß dieser Beschreibung ein parkartiges Aussehen. Der Wald war bis auf einige sogenannte Weidebäume zurückgedrängt. Überall weidete Vieh unter den Bäumen. An ein Aufkommen von Jungwuchs war unter diesen Umständen nicht zu denken. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Waldweide verboten. Der Wald konnte sich wieder regenerieren. Das Verbot gilt bis heute.

An verschiedenen Stellen des Schönbuchs kann man die seinerzeitigen Solitärbäume mit ihren ausladenden Kronen - meist Eichen - noch sehen. So auch im Naturschutzgebiet Neuweiler Viehweide bei Waldenbuch. Das 13,5 Hektar große Naturschutzgebiet wurde im Jahr 1984 verordnet. Es befindet sich an einem nach Südosten abfallenden Hang. Das Gebiet wurde früher von den Bauern des nahen Orts Neuweiler als Viehweide genutzt. Diese Nutzungsform nennt man auch Hudewald. 

Montag, 18. August 2014

Sanierung der Jubiläumssäule auf dem Stuttgarter Schlossplatz

Zur Zeit und voraussichtlich noch bis zum Ende des Jahres 2014 wird die mitten auf dem Stuttgarter Schlossplatz stehende Jubiläumssäule umfassend saniert. Die Jubiläumssäule ist im Sommer 2014 von einem Bauzaun umgeben. Auf einer der vier Seiten des Bauzauns hängen drei Tafeln, die ausführlich über die Geschichte der Jubiläumssäule, die Schäden und die Maßnahmen informieren. Dort befindet bzw. befand sich auch ein Fenster, durch das man auf den Bereich hinter dem Bauzaun sehen kann bzw. konnte. Zeitweise war dort die Figur der Concordia ganz nah zu sehen, die sich ansonsten ziemlich weit oben auf der Säule befindet.

Die Jubiläumssäule wurde im Jahr 1841 aus Anlass des 25-jährigen Regierungsjubiläums von König Wilhelm I. errichtet - zunächst aus Holz. Wilhelm I. regierte von 1816 bis 1864. Die Bronzefigur der Concordia wurde erst im Jahr 1863 aufgesetzt. Die Informationstafeln am Bauzaun schildern weitere Daten und Fakten. Die Jubiläumssäule besteht aus Granit, der auf einem eigens dafür gebauten Wagen aus dem Kinzigtal im Schwarzwald nach Stuttgart transportiert wurde. Den größten Block mussten 38 Pferde sechs Tage lang vom Schwarzwald nach Stuttgart ziehen.

Montag, 11. August 2014

Spaziergang über das Flugfeld Böblingen/Sindelfingen

Das 80 Hektar große Flugfeld Böblingen-Sindelfingen gehört zu den größten Stadtentwicklungsgebieten Süddeutschlands. Von 1924 bis 1939 befand sich auf diesem südlich der heutigen Autobahn A 81 gelegenen Gebiet der Stuttgarter Flughafen. Von 1945 bis 1992 wurde das Gelände von der US-Armee genutzt.

Seit dem Jahr 2004 wird das jetzt unter dem Namen "Flugfeld" firmierende Gelände nach und nach bebaut. Zwei Drittel des Gebiets gehören zu Böblingen, der Rest zu Sindelfingen. 10 Jahre nach dem Baubeginn bietet sich ein Spaziergang über einen Teil des Geländes an. Hierbei kann man die bereits fertiggestellten Bebauungs- und Freiflächenareale ebenso sehen wie die aktuellen Bautätigkeiten sowie die zur Zeit noch vorhandenen großen Brachflächen. Das Flugfeld wird im Endausbau Wohngebiete ebenso beinhalten wie Flächen für Bildung, Forschung, Dienstleistung, stadtnahe Produktion und Grünflächen.

Montag, 4. August 2014

Zu den Heslacher Wasserfällen in Stuttgart-Süd

Die Heslacher Wasserfälle in Stuttgart-Süd können sich nicht mit den bekannten Wasserfällen in den deutschen Mittelgebirgen oder gar den Alpen messen. Das mag in den vergangenen Jahrhunderten noch anders gewesen sein. Damals floss wesentlich mehr Wasser durch die Heidenklinge, ein Seitental des Nesenbachtals.

Stuttgart und seine Region litten seit jeher unter Wassermangel. In früheren Jahrhunderten konnte man das Wasser noch nicht vom Bodensee oder vom Donauried über hunderte Kilometer lange Rohre und Stollen herleiten. Unter dem württembergischen Herzog Christoph wurde im Jahr 1566 im Pfaffenwald eine Quelle des Flüsschens Glems zum Pfaffensee (heute noch vorhanden) gestaut. Im Jahr 1575 hat man schließlich einen 805 Meter langen unteririschen Stollen vom Pfaffensee zur Heidenklinge gebaut. Durch diesen Stollen wurde fortan Wasser der Glems in die Heidenklinge und weiter in das Nesenbachtal und damit nach Stuttgart geleitet.