Freitag, 16. Januar 2015

Zu den sechs historischen Torhäusern in Ludwigsburg

Die sechs Torhäuser sind wichtige Sehenswürdigkeiten der Barockstadt Ludwigsburg.

Ludwigsburg hat seinen Ursprung nicht im Mittelalter. Die Stadt ist eine barocke Gründung von Anfang des Achtzehnten Jahrhunderts. Von daher wundert man sich vielleicht etwas, dass Ludwigsburg früher mal eine Stadtmauer hatte. Einige wenige Teile der Stadtmauer sind bis heute erhalten geblieben.

In der Stadtmauer gab es Tore, durch die Straßen von Ludwigsburg aus in die Umgebung führten. Neben den Toren befanden sich jeweils Torhäuser. Sechs Torhäuser sind bis heute erhalten geblieben. Sie wurden im Jahr 2004 grundlegend renoviert. Heute beherbergen die Torhäuser Museen, Archive und Ausstellungsräume.

Ein Spaziergang zu den Torhäusern lohnt sich. Allerdings ist es wegen des teilweise starken Verkehrs in einigen Ludwigsburger Straßen nicht ratsam, mit einem einzigen Rundgang alle sechs Torhäuser besuchen zu wollen. Nachfolgend ist der Weg vom Bahnhof Ludwigsburg zu jedem der sechs Torhäuser beschrieben.  


Fünf der sechs erhaltenen Torhäuser haben eine ähnliche Architektur. Sie verfügen über eine fünfbögige Arkadenreihe sowie über ein Walmdach. Aus der Reihe tanzt das Heilbronner Torhaus. Es ist kleiner als die übrigen Torhäuser und verfügt über einen Säulenvorbau.

Das Stuttgarter Torhaus ist die umfangreichste Toranlage. Es beherbergt heute das sogenannte Kuhländler Archiv. Das Kuhländchen befindet sich im Sudetenland. Die Stadt Ludwigsburg hat im Jahr 1961 eine Patenschaft für diesen Landstrich übernommen. Das Torhaus befindet sich an der Südwestecke der Kreuzung Stuttgarter Straße / Friedrichstraße.

Vom Bahnhof folgt man der Bahnhofstraße in Richtung Südosten und biegt in die Leonberger Straße nach links ab. Beim Karlsplatz mit der Friedens-Kirche biegt man in die Stuttgarter Straße nach rechts ab und kommt an der nächsten Kreuzung zum Torhaus. Die Wegstrecke beträgt ca. 900 Meter.

Im Schorndorfer Torhaus befindet sich heute eine Ausstellung des Bundesarchivs zur in Ludwigsburg beheimateten Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Das Torhaus steht an der Südostecke der Einmündung Schorndorfer Straße / Jägerhausallee.

Vom Bahnhof folgt man der Myliusstraße und biegt nach rechts in die Alleenstraße ab. Man überquert die Stuttgarter Straße und geht dahinter geradeaus im Verlauf der Friedrich-Ebert-Straße weiter. Man biegt später nach links in die Jägerhofallee ab und kommt zum Torhaus. Die Entfernung beträgt ca. 1,6 Kilometer.

Die Ausstellung im Pflugfelder Torhaus befasst sich mit dem Thema Arbeit vor dem Hintergrund der industriellen Entwicklung Ludwigsburgs. Das Torhaus befindet sich an der Nordwestecke der Kreuzung Schwieberdinger Straße / Pflugfelder Straße.

Über die Bahnhofsunterführung geht man auf die Westseite des Bahnhofs. Man biegt nach links in die Pflugfelder Straße ab und kommt bald zum Torhaus. Die Entfernung beträgt ca. 300 Meter.

Im Heilbronner Torhaus hat der Bürgerverein Untere Stadt 1893 e.V. eine Ausstellung zur alten Handwerkskultur in der Ludwigsburger Unteren Stadt eingerichtet. Das Torhaus steht nördlich der Einmündung Schlossstraße / Heilbronner Straße / Marbacher Straße.

Vom Bahnhof folgt man der Myliusstraße und erreicht die Wilhelmstraße über den Schillerplatz und die Arsenalstraße. Man folgt der Wilhelmstraße nach rechts und biegt nach links in die Marktstraße ab. Man überquert den Marktplatz, geht geradeaus weiter, überquert den Holzmarkt und geht nach rechts über die Straße Kaffeeberg bis zur Schlossstraße. Dort biegt man nach links ab. Am Ende der Schlosstraße überquert man die Heilbronner Straße und kommt dahinter zum Torhaus. Die Entfernung beträgt ca. 1,5 Kilometer.  

Im Asperger Torhaus befindet sich eine Ausstellung zur Militärgeschichte Ludwigsburgs. Es steht an der Nordwestecke der Kreuzung Asperger Straße / Uhlandstraße.

Vom Bahnhof folgt man der Bahnhofstraße in Richtung Norden. Ihre Fortsetzung ist die Uhlandstraße. Am Ende der Uhlandstraße kommt man zum Torhaus. Die Entfernung beträgt ca. 600 Meter.

Im Aldinger Torhaus präsentiert die Filmakademie Baden-Württemberg GmbH Ausstellungen und Installationen zum Thema Medien. Das Torhaus steht am Rand des Salons, eines Park- und Waldgebiets, südlich der Einmündung Robert-Franck-Allee / Jägerhofallee.

Vom Bahnhof folgt man der Bahnhofstraße in Richtung Südosten. Man biegt nach links in die Leonberger Straße ab und kommt zur Stuttgarter Straße. Nach der Überquerung der Stuttgarter Straße (Fußgängerfurt südlich) geht man geradeaus im Verlauf der Hindenburgstraße weiter. Dann biegt man nach rechts in die Jägerhofallee ab und kommt an deren Ende zum Torhaus. Die Entfernung beträgt ca. 2 Kilometer.

Hier gibt es eine Übersicht über die Stadt Ludwigsburg. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit Ludwigsburg befassen, verlinkt.

Das Schorndorfer Torhaus ist für fünf der sechs Torhäuser von Ludwigsburg typisch - mit der Arkadenreihe und dem Walmdach. Neben dem Schorndorfer Torhaus ist noch ein beachtliches Stück Stadtmauer erhalten.
Beidseits der Schorndorfer Straße sieht man neben dem Schorndorfer Torhaus noch Relikte der einstigen Stadtbefestigung.
Das Heilbronner Torhaus fällt mit seiner Architektur aus der Reihe.
Mitten zwischen modernen Wohngebäuden steht das Asperger Torhaus in Ludwigsburg.
Das Aldinger Torhaus steht am Waldrand.
Das Stuttgarter Torhaus ist Bestandteil der größten Anlage unter den sechs noch bestehenden Torhäusern in Ludwigsburg.
Beidseits der Stuttgarter Straße stehen noch Relikte der einstigen Stadtbefestigung.
Die Figur am Stuttgarter Torhaus stellt den Dichter Jos. Frh. von Eichendorff dar.
Neben dem Stuttgarter Torhaus befindet sich ein Stück der früheren Stadtmauer von Ludwigsburg.
Das Pflugfelder Torhaus wird von der im Hintergrund aufragenden und 2009 eröffneten MHPArena förmlich erdrückt.

1 Kommentar:

  1. Eine sehr gute Übersicht, vielen Dank! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich als alte Ludwigsburgerin bisher nur in einem einzigen der Torhäuser drin war, nämlich im Pflugfelder. Die Ausstellung dort ist auf jeden Fall sehenswert, und ich bin sicher, dass das für die anderen Torhäuser auch gilt.
    Die MHPArena ist ja sowieso ein Thema für sich...!

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