Mittwoch, 22. März 2017

Naturdenkmal Wasserbach-Verwerfung bei Leonberg-Silberberg

Das Naturdenkmal Wasserbach-Verwerfung bei Leonberg-Silberberg ist ein Ziel für alle, die sich für die Geologie der Region Stuttgart und Südwestdeutschlands interessieren.

Der geologische Aufbau Südwestdeutschlands ist hochinteressant, aber auch ein wenig kompliziert. Für einen Artikel hier in diesem Blog wäre die Geschichte viel zu lang. 

Vielleicht nur ganz kurz ein paar Schlagworte:
Die Region Stuttgart ist eine Sedimentlandschaft. Die hier lagernden Gesteine wurden im Erdmittelalter gebildet, als die heutige Region Stuttgart ein Ablagerungstrog war. Die Hebung und Schrägstellung der Gesteinsschichten in Südwestdeutschland ist eine Folge des Drucks der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte. Bei der Hebung und Schrägstellung der Gesteinsschichten kam es zu Rissen in der Erdkruste. Entlang dieser Risse haben sich ehemals nebeneinanderliegende Gesteinsschichten verschoben. Das nennt man in der Geologie eine Verwerfung.

Die Wasserbach-Verwerfung ist als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Die Fläche des Naturdenkmals ist 0,018 Hektar. Die Stadt Leonberg hat das Naturdenkmal am 17.01.1991 verordnet.


Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau hat die Wasserbach-Verwerfung als Geotop ausgewiesen. Gemäß der Geotop-Beschreibung ist die Wasserbach-Verwerfung Teil der Rutesheimer Störungszone innerhalb des Fildergrabens. Der Vertikalversatz der Wasserbach-Verwerfung beträgt ca. 35 bis 50 Meter.   

Eine Infotafel beim Naturdenkmal Wasserbach-Verwerfung erklärt ganz genau die dort vorkommenden Gesteine und die dort sichtbare Verwerfung. Details ersparen wir uns deshalb an dieser Stelle.

Wie kommt man hin?
Das Naturdenkmal Wasserbach-Verwerfung befindet sich an der Bahnstrecke Leonberg - Weil der Stadt nur wenige Meter vom S-Bahnhaltepunkt Rutesheim (S 6) entfernt.

Das Naturdenkmal befindet sich auf der Südseite der Bahnstrecke. Beim S-Bahnhaltepunkt Rutesheim befindet sich eine Fußgängerunterführung, mit deren Hilfe man auf die Südseite der Bahnstrecke kommt. Der S-Bahnhaltepunkt Rutesheim liegt übrigens auf der Gemarkung von Leonberg und nicht in Rutesheim. Die Gebäude in der Umgebung gehören zum Leonberger Stadtteil Silberberg.

Auf der Südseite der Bahnstrecke folgt man dem Sträßchen, das parallel zur Bahnstrecke verläuft (Hardtwaldweg), in Richtung Renningen. Nach wenigen Metern ist man bereits bei der Wasserbach-Verwerfung und der Infotafel.

Im Gebiet unterwegs
Wenn man sich noch ein wenig näher mit der Wasserbach-Verwerfung im Gelände beschäftigen will, kann man noch einen anderen Ort gleich beim Haltepunkt Rutesheim aufsuchen. Hierzu geht man mit Hilfe der Fußgängerunterführung beim Haltepunkt Rutesheim auf die Nordseite der Bahnstrecke.

Auf einem Waldweg folgt man nun der Bahnstrecke in Richtung Renningen. Nach kurzer Zeit beschreibt der Waldweg einen Bogen nach rechts und entfernt sich von der Bahnstrecke. Hier befindet sich beidseits des Wegs eine kleine Böschung. Man steht hier genau auf der Wasserbach-Verwerfung.

An der Böschung links des Wegs stehen rote Mergel des Gipskeupers an (Tiefscholle der Wasserbach-Verwerfung). An der Böschung rechts des Wegs stehen helle Dolomitbänke des Muschelkalks an (Hochscholle der Wasserbach-Verwerfung). Die Gesteine sieht man jedoch nur im Winterhalbjahr, wenn die Bäume und Büsche nicht belaubt sind.      

Hier gibt es eine Übersicht über die Naturschutzgebiete im Landkreis Böblingen. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Gebieten befassen, verlinkt.


Beim Naturdenkmal Wasserbach-Verwerfung befindet sich eine ausführliche Infotafel.
Die Wasserbach-Verwerfung ist an einer Böschung im Leonberger Stadtteil Silberberg aufgeschlossen.
Die Wasserbach-Verwerfung befindet sich direkt neben der Bahnstrecke Leonberg - Weil der Stadt.
Blick auf die Hochscholle der Wasserbach-Verwerfung: Die Hochscholle besteht aus Gesteinen des Muschelkalks und des Unterkeupers.
Blick auf eine von mehreren Teil-Verwerfungen der Wasserbach-Verwerfung mit der Hochscholle (links im Bild) und der mittleren Scholle (rechts im Bild)
Blick auf die Tiefscholle der Wasserbach-Verwerfung: Hier stehen Gesteine der Gipskeuper-Formation an.
Wasserbach-Verwerfung nördlich der Bahnstrecke Leonberg - Weil der Stadt: Links des Wegs stehen rote Mergel des Gipskeupers an (oben an der Böschung zu erkennen).
Wasserbach-Verwerfung nördlich der Bahnstrecke Leonberg - Weil der Stadt: Rechts des Wegs stehen helle Dolomitbänke des Oberen Muschelkalks an.

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