Dienstag, 29. Januar 2013

Zur Bauerloch-Höhle bei Neuffen auf der Schwäbischen Alb

Für diese Wanderung am Steilhang des Albtraufs bei Neuffen sind gute Wanderschuhe erforderlich. Man sollte auch in der Lage sein, einen Bach ohne besondere Querungshilfe zu überqueren. Hin und wieder könnte es sein, dass man über den einen oder anderen umgefallenen Baumstamm klettern muss. Die 142 Meter lange Bauerloch-Höhle ist zudem mit einem Eisentor verschlossen.

Lohnt sich unter diesen Umständen die Wanderung zur Bauerloch-Höhle überhaupt? Von meiner Seite kann da nur ein klares Ja kommen. Denn die Bauerloch-Höhle ist nur der Endpunkt der kleinen Wanderung. Der Hauptzweck der Wanderung ist ein anderer. Man lernt hier eine bereits recht wilde Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb kennen. Die 12,2 Hektar große Kernzone Bauerlochberg rund um die Bauerloch-Höhle bei Neuffen gehört zu den 27 Kernzonen des Unesco-Biosphärengebiets Schwäbische Alb. 

Und man lernt auch noch etwas anderes kennen, sofern man seit längerer Zeit keine Kernzone des Biosphärengebiets mehr aufgesucht hat. Die Kernzonen sind jetzt beschildert. An den Außengrenzen der Kernzonen befinden sich Tafeln mit Informationen und einem Plan zur Kernzone mit den zugelassenen Wegen. Innerhalb der Kernzone sind diejenigen Wege, die nicht mehr betreten werden dürfen, nun ebenfalls gekennzeichnet.


Warum also sollte man in einer Zeit, in der viele Menschen tausende Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegen, um zum Beispiel einen Nationalpark in den USA zu sehen, nicht auch einmal vor der eigenen Haustüre nach Wildnis forschen und ein durch die Unesco zertifiziertes Wildnisgebiet erleben?

Es empfiehlt sich, die Bauerloch-Höhle winters aufzusuchen, wenn die Bäume kahl sind. Dann sieht man die Felswand bei der Höhle besser. Allerdings darf kein Schnee liegen. Dann wäre der Anstieg zu gefährlich und man würde vielleicht nicht einmal den Pfad erkennen. 

Wie kommt man hin?
Von Neuffen am Fuß der Schwäbischen Alb fährt man im Verlauf der Neuffener Steige (L 1250) in Richtung Albhochfläche. Unmittelbar hinter der ersten Kehre (einer Rechtskehre) befindet sich auf der linken Straßenseite bergauf ein Wanderparkplatz. Wenige Meter oberhalb des Wanderparkplatzes beginnt die Kernzone Bauerlochberg.

Im Gebiet unterwegs
Vom Parkplatz geht man hoch bis zum Waldrand. Dort trifft man auf die Informationstafel zur Kernzone Bauerlochberg. Nun kann man sich das Wegenetz der Kernzone Bauerlochberg und auch den zugelassenen Stichweg zur Bauerloch-Höhle einprägen.

Man folgt von der Informationsfafel aus dem Weg in Richtung Nordosten, wobei man zunächst nicht an Höhe gewinnt. Bald hat man die Querung des Dürrenbachs erreicht. Direkt oberhalb befindet sich die - hier nicht sichtbare - Bauerloch-Höhle. Nun muss man den Dürrenbach ohne Brücke queren. Je nach Wasserstand ist dies mal leichter und mal schwieriger. Kurz nach der Querung des Dürrenbachs zweigt nach rechts aufwärts der Pfad zur Bauerloch-Höhle ab. Obwohl der Pfad freigegeben ist, werden umgefallene Bäume nicht immer sofort beseitigt. 

Nach nicht allzu langer Zeit erreicht man die Felswand am Steilhang mit der Bauerlochhöhle. Der Höhleneingang ist wegen einiger umgestürzter Bäume und wegen des steilen Geländes realtiv schwierig zu erreichen. Der Rückweg ist wie der Hinweg. Die Entfernung in einfacher Richtung ist ca. 700 Meter. Der Höhenunterschied ist ca. 100 Meter.  

Blick vom Wanderparkplatz an der Neuffener Steige zur Burgruine Hohenneuffen
Informationstafel zur Kernzone Bauerlochberg des Biosphärengebiets Schwäbische Alb mit den zugelassenen Wegen
Um zur Bauerloch-Höhle zu gelangen, muss man den Dürrenbach überqueren. Bei starkem Wasserstand entspringt der Dürrenbach direkt in der Höhle.
Der Buchenwald in der Kernzone Bauerlochberg ist großartig. Es handelt sich um einen reifen Wald mit prächtigen Bäumen. Einige der Buchen haben bereits ihr Lebensende erreicht.
Blick durch den kahlen Buchenwald zur Felswand bei der Bauerloch-Höhle
Von der Bauerloch-Höhle führte ein Pfad hinauf zur Albhochfläche. Dieser Pfad ist mit der Ausweisung des Gebiets als Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gesperrt worden. Der Pfad wird in den nächsten Jahren langsam zuwachsen. Ein Schild weist auf die Sperrung des Pfads hin.
Die Bauerloch-Höhle mit der Felswand ist als Naturdenkmal ausgewiesen.
Blick zum Eingang der Bauerloch-Höhle
Die Bauerloch-Höhle ist mit einem Eisentor verschlossen.
  

Kommentare:

  1. Guten Tag,

    interessanter Artikel

    gibt es eine Möglichkeit an einer befahrung der Höhle teilzunehmen ?
    ist die Höhle zu bestimmten Zeiten geöffnet ?

    Danke

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    1. Leider kann man die höhle nicht befahren. Es gibt auf der Schwäbischen Alb ja viele erschlossene Schauhöhlen. Und es gibt nicht erschlossene Höhlen, von denen einige wegen des Fledermausschutzes sogar abgesperrt sind. Die Bauerloch-Höhle gehört zu der letzteren Gruppe.

      Aber die Höhle ist ja nur der Endpunkt des hier vorgeschlagenen Spaziergangs und keineswegs die Hauptsehenswürdigkeit. Die Hauptsehenswürdigkeit ist ein Stückchen Wildnis in der Region Stuttgart.

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    2. Hallo Fritz,

      die Bauerloch-Höhle ist nur im Winter zur Fledermausschutzzeit vom ersten Oktober bis zum 31. März verschlossen.

      Grüße, Jörg

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