Mittwoch, 16. Juli 2014

Kirchen in Esslingens Altstadt

Wenn es um gotische Kirchen in der Region Stuttgart geht, steht die Altstadt von Esslingen an erster Stelle. Nahe des Marktplatzes erhebt sich die Kirchendreiheit aus St. Dionys, St. Paul und Frauenkirche - eine weit über die Region Stuttgart hinaus einmalige Konstellation.

Daneben gibt es noch die ehemalige Allerheiligenkapelle, die im 17. Jahrhundert profaniert worden ist, sowie die ehemalige Franziskanerkirche St. Georg, von der heute nur noch der Chor steht, und die im 16. Jahrhundert profanierte Nikolauskapelle.

Auf einem Spaziergang durch die Altstadt von Esslingen kann man alle diese Kirchen sehen. Das schöne ist zudem, dass die Innenräume der Kirchen St. Dionys, St. Paul, Frauenkirche und St. Georg zugänglich sind. Man kann dort auch jeweils einen Kirchenführer kaufen.   



Wie kommt man hin?
Start- und Endpunkt eines Spaziergangs zu den Kirchen der Esslinger Altstadt ist der Bahnhof von Esslingen. 

Zu den Kirchen in Esslingens Altstadt unterwegs
Vom Bahnhof folgt man der Neckarstraße nach rechts und biegt dann nach links in die Fußgängerzone Pliensaustraße ein. Die Fortsetzung der Pliensaustraße bildet die Straße "Innere Brücke". Dort befindet sich auf der rechten Seite die Nikolauskapelle.

Am Ende der Inneren Brücke biegt man vor dem Postmichelbrunnen nach links in die Archivstraße ab und kommt zur ehemaligen Allerheiligenkapelle. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die größte Kirche Esslingens, die evangelische Stadtkirche St. Dionys. Der Marktplatz grenzt unmittelbar nördlich an diese Kirche an.

Westlich an den Marktplatz grenzt die katholische Stadtpfarrkiche St. Paul an. Durch die Fußgängerunterführung unter der Berliner Straße kommt man zur Frauenkirche, die in etwas erhöhter Stellung nördlich an die Berliner Straße angrenzt. Man geht nun zurück zum Marktplatz und zum östlich angrenzenden Rathausplatz. Man geht an der Ostseite des Alten Rathauses entlang und biegt dann nach rechts ab zum Hafenmarkt.

Vom Hafenmarkt folgt man der Milchstraße wenige Meter nach Osten, dann biegt man nach rechts in die Strohstraße ab und gleich darauf nach links in die Franziskanergasse. Hier kommt man zur ehemaligen Franziskanerkirche St. Georg. Nun geht es auf beliebigem Weg zurück zum Bahnhof.

Die Länge des Rundwegs ab/bis Bahnhof ist ca. 3 Kilometer.

Im Post vom 28.05.2013 in diesem Blog geht es um die Stadttore und Türme in Esslingen.
Im Post vom 12.08.2012 geht es um gründerzeitliche Parks in der Blumenstraße in Esslingen
Im Post vom 14.07.2011 geht es über die Brücken am Hammerkanal und Rossneckarkanal in Esslingen.
Im Post vom 27.09.2010 gibt es eine Brunnentour in Esslingens Altstadt.

Die Nikolauskapelle befindet sich auf der sog. Inneren Brücke über den Neckarkanal. Die Kapelle wurde Anfang des 14. Jahrhundert erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde die Kapelle profaniert. Im Jahr 1959 hat man in der Kapelle eine Gedenkstätte für die Opfer der Jahre 1933 - 45 eingerichtet.
Die ehemalige Allerheiligenkapelle (Gebäude rechts) ist heute das Stadtarchiv von Esslingen. Der Bau war ursprünglich die Friedhofskapelle der benachbarten Stadtpfarrkirche. Die Kapelle wurde wohl im mittleren 13. Jahrhundert errichtet. Im Jahr 1444 hat man die Kapelle erneuert. Im Jahr 1610 hat der württembergische Baumeister Heinrich Schickardt die Kapelle umgebaut und aufgestockt. Seit dieser Zeit ist die Kapelle profaniert.
Die beiden Osttürme der evangelischen Stadtkirche (ehemals St. Dionys) sind der älteste Teil der heute bestehenden Kirche. Sie wurden 1220 - 30 erbaut. Die Gesamtkonzeption der Türme ist romanisch. An den Obergeschossen der Türme zeigen sich frühgotische Formen.  
Im Inneren der evangelischen Stadtkirche (St. Dionys) in Esslingen: Der Raum ist als 7jochige Basilika ausgeführt. In der Bildmitte sieht man den dreiteiligen Lettner. In der wikipedia heißt es zum Lettner: "Der Lettner (von lat. lectorium „Lesepult“), auch Doxale genannt, ist eine steinerne oder hölzerne Schranke, die vor allem in Domen, Kloster- und Stiftskirchen den Raum für das Priester- oder Mönchskollegium vom übrigen Kirchenraum, der für die Laien bestimmt war, abtrennte."
Detail des Chorgestühls in der evangelischen Stadtkirche (St. Dionys) von 1518
Die Katholische Stadtpfarrkirche St. Paul (ehemals Dominikanerkirche) wurde 1268 geweiht. Das Äußere der Kirche ist geprägt von den Merkmalen eines sich zur Armut bekennenden mönchischen Ideals.
Der Innenraum der Katholischen Stadtpfarrkirche St. Paul in Esslingen umfasst eine 9jochige Arkadenfolge. Jede schmückende Wirkung wird unterdrückt.
Blick auf eines der beiden Hauptportale der Frauenkirche (evangelische Stadtpfarrkiche) in Esslingen: Dies ist eine echt reichsstädtische Kirchengründung. Der Baubeschluss wurde 1321 gefasst. Die Arbeiten zogen sich bis 1507 hin. Die Frauenkirche gehört zu den schönsten spätgotischen Kirchen in Baden-Württemberg.
Der Innenraum der Frauenkirche in Esslingen ist ein lichter, dreischiffiger Hallenraum mit 6 Jochen. 
Von der ehemaligen Franziskaner- oder Barfüßerkirche St. Georg blieb nur der Chor erhalten. Die Kirche wurde im späten 13. Jahrhundert erbaut. Im Jahr 1840 wurde das Langhaus der Kirche abgerissen.
Blick in den Chor der ehemaligen Franziskanerkirche St. Georg in Esslingen: Im Mittelfenster des spätgotischen Chors befindet sich ein Biblia-pauperum-Zyklus von 1310-20.

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