Mittwoch, 11. März 2015

Naturdenkmal "Wacholderheide Haberschlai" in Filderstadt-Bonlanden

Wacholderheiden verbindet man gemeinhin mit der Schwäbischen Alb oder allenfalls noch mit den Gäulandschaften westlich von Stuttgart.

Die Wacholderheide Haberschlai in Filderstadt-Bonlanden ist eines der seltenen Beispiele für eine Wacholderheide im Keuperbergland. Das hier anstehende Gestein ist der Knollenmergel, ein zu Quellungen und Rutschungen neigender Boden.

Die Wacholderheide Haberschlai ist seit dem Jahr 1993 als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Das Schutzgebiet hat eine Fläche von 4,8 Hektar. Die Wacholderheide Haberschlai ist auch als sogenanntes §32-Biotop gemäß dem Landesnaturschutzgesetz geschützt. Die für den Schutz maßgeblichen Biotope sind Wacholderheiden einschließlich ihrer Staudensäume sowie Feldhecken und Feldgehölze. Die Wacholderheide ist im 19. Jahrhundert als Folge der Schafbeweidung entstanden.

Es gibt mehrere Wege und Pfade sowie Sitzbänke im Schutzgebiet. Ein Besuch des Gebiets ist somit lohnend und kann auf das angrenzende Waldgebiet ausgedehnt werden.


In der Biotopbewertung heißt es zur Wacholderheide Haberschlai: "Stark landschaftsprägende, strukturreiche Wacholderheide mit hoher Artenvielfalt, darunter auch gefährdete Arten. In der weiteren Umgebung sehr seltener Biotoptyp in relativ guter Ausprägung". Die Wacholderbüsche sind teilweise beachtlich groß. Eingestreut sind auch einzelne Kiefern, die zusammen mit den Wacholdern einen malerischen Eindruck machen.

Das Gebiet muss, um nicht zuzuwachsen und langsam zu Wald zu werden, regelmäßig gepflegt werden. Das geschieht einerseits durch die kurzzeitige Anwesenheit einer Schafherde. Andererseits bedarf es auch zusätzlicher manueller und maschineller Pflege. Das führt seit nunmehr 60 Jahren die Ortsgruppe Bonlanden des Schwäbischen Albvereins durch, unterstützt vom Arbeitskreis Natur und Umwelt der Stadt Filderstadt.

Das Schutzgebiet befindet sich an einem Südost- und Osthang unterhalb der Filderklinik am Ortsrand von Filderstadt-Bonlanden. Interessant ist auch die geologische Situation. Man befindet sich hier am Rand des sogenannten Fildergrabens im Bereich einer geologischen Verwerfung (Schönbuchverwerfung). Die Filderhochfläche ist ja geologisch gesehen ein Graben. Der Grund ist, dass die Gesteinsschichten der Fildern gegenüber den angrenzenden Gebieten (Schönbuch auf der einen Seite und Schurwald auf der anderen Seite) um ca. 100 Höhenmeter eingesackt sind.

Wie kommt man hin?
Die nächstgelegene Bushaltestelle ist die Haltestelle Filderklinik der Buslinie 35 am Ortsrand von Bonlanden. Diese Buslinie fährt zwar nur jede Stunde. Wenn man z.B. aus Richtung Stuttgart mit der S-Bahn kommt (Linie S2), gelangt man trotzdem jede halbe Stunde zur Haltestelle Filderklinik. Das liegt daran, dass man im halbstündlichen Wechsel entweder beim S-Bahnhaltepunkt Echterdingen auf die Buslinie 35 umsteigt, oder beim S-Bahnhof Filderstadt auf die Buslinie 35 umsteigt, und in der Folge entweder aus der einen Richtung oder aus der anderen Richtung zur Bushaltestelle Filderklinik kommt. Für die Rückfahrt gilt dasselbe. Man konsultiere für die Fahrt also vorher genau den Fahrplan bei www.vvs.de, um den richtigen Umsteigepunkt nicht zu verpassen.

Im Gebiet unterwegs
Wenige Meter unterhalb der Bushaltestelle Filderklinik zweigt die Anliegerstraße "Im Haberschlai" von der Hauptstraße "Haberschlaiheide" nach halbrechts ab. Man folgt der Anliegerstraße Im Haberschlai. Nach nur hundert Meter im Verlauf dieser Straße beginnt auf der rechten Straßenseite das Naturdenkmal. Dort führt dann auch gleich ein Weg in das Gebiet hinein. Man kann auf verschiedenen Wegen eine kleine Runde im Gebiet drehen. Diese Runde lässt sich durch das Benutzen von Stichwegen und der angrenzenden Waldwege fast beliebig ausdehnen. 

Weitere Ziele in Filderstadt:
Historischer Rundweg Filderstadt-Bernhausen im Post vom 17.03.2014 in diesem Blog
Uhlbergturm bei Filderstadt-Plattenhardt im Post vom 08.10.2012
Auf den Uhlberg bei Filderstadt-Plattenhardt im Post vom 24.09.2010
Zum Beobachtungshügel auf der Südseite des Stuttgarter Flughafens im Post vom 01.06.2010

An allen Zugängen zum Naturdenkmal "Wacholderheide Haberschlai" befinden sich Schilder, die auf das Schutzgebiet hinweisen.
Wacholderheide bei Filderstadt-Bonlanden im Keuperbergland: Das anstehende Gestein ist der Knollenmergel, der zu Rutschungen neigt. Das ist an der Geländeoberfläche deutlich zu sehen.
Blick von der Wacholderheide Haberschlai in Richtung Ostnordosten: Man sieht einen Teil von Filderstadt-Bonlanden. Dahinter erstreckt sich die Filderhochfläche bzw. der Fildergraben in geologischer Hinsicht. Am Horizont erhebt sich der Schurwald. Der Fildergraben ist gegenüber den angrenzenden Landschaften des Schönbuchs und des Schurwalds um ca.100 Meter eingesackt. Ein geologischer Graben wird an seinem Rand stets von Verwerfungen begleitet. Die Wacholderheide Haberschlai befindet sich auf der sogenannten Schönbuchverwerfung. Zwischen der Filderhochfläche und dem Schurwald befindet sich die Schurwaldverwerfung.
Einzelstehende Wacholder und prächtige Kiefern verleihen der Wacholderheide Haberschlai ein parkartiges Aussehen. Man beachte auch die naturschutzfachlich wertvollen Hecken.
Die Wacholderheide Haberschlai grenzt im Süden an den Wald an.
Schöne Pfade führen durch das Naturdenkmal Wacholderheide Haberschlai.
Wacholderbusch, Kiefernbaum und wellige Oberflächen: Das sind die Charakteristika der Wacholderheide Haberschlai.

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