Donnerstag, 13. Januar 2011

Aussicht von der Schillerlinde auf der Wangener Höhe


Die Wangener Höhe begrenzt das obere Stuttgarter Neckartal im Südwesten. Dieser Ausläufer der Höhen um den Fernsehturm gilt als das größte zusammenhängende Gartengebiet Stuttgarts. Die Gärten erstrecken sich sowohl über die Hochfläche der Wangener Höhe als auch über die Hänge. Ein kaum überblickbares Netz an unterschiedlichsten Wegen - vom breiten asphaltierten Weg bis zum ganz schmalen Treppenweg - durchzieht das Gebiet.

Mehrere eingerichtete Aussichtspunkte gibt es auf der Wangener Höhe. Zwei dieser Aussichtspunkte befinden sich im Eigentum des Verschönerungsvereins Stuttgart. Einer der beiden Aussichtspunkte ist die Staibhöhe, die Thema im Post vom 02.10.09 war. Der andere Aussichtspunkt, die Schillerlinde, ist im heutigen Post an der Reihe. Während sich der Aussichtspunkt Staibhöhe in halber Höhenlage am Hang befindet, liegt der Aussichtspunkt Schillerlinde am Rand der Hochfläche. Vom Aussichtspunkt Schillerlinde hat man einen schönen und weiten Blick auf das obere Stuttgarter Neckartal sowie auf die gegenüberliegenden Höhen um den Württemberg und den Kernen.

Koordinaten des Aussichtspunkts Schillerlinde: 48 77 28 N, 9 22 82 E

Aussichtspunkt Schillerlinde auf der Wangener Höhe: die kleine Anlage wurde im Jahr 1905 eingeweiht und im Jahr 2005 zum letzten Mal renoviert. Im Jahr 1905 wurde auch die rechts sichtbare Linde geplanzt. Das Alter sowie Missbrauch durch Besucher haben der Linde sehr zugesetzt. Inzwischen ist nur noch ein Baumstumpf vorhanden.  Neben der alten Linde hat man eine junge Linde gepflanzt (links im Bild). 
Blick vom Aussichtspunkt Schillerlinde in Richtung Nordnordosten: rechts im Bild dominiert das Kohlekraftwerk Gaisburg, das heute nur noch als Reservekraftwerk genutzt wird. Rechts des Schornsteins sieht man das Mercedes-Benz-Museum, links des Schornsteins die Mercedes-Benz-Arena. Der Neckar fließt zwischen Kraftwerk und Museum. Der Schornstein links im Bild im Hintergrund gehört zum Kraftwerk Münster, der zentralen Mülverbrennungsanlage des Großraums Stuttgart. Vor dem Kraftwerk Münster liegt die Altstadt von Bad Cannstatt. 
Blick vom Aussichtspunkt Schillerlinde nach Ostnordosten: im Hintergrund erheben sich die weinrebenbestandenen Hänge um Fellbach (links hinten außerhalb des Bilds) und S-Untertürkheim (Bildmitte). Die Berge gehören zum Schurwald. Der vorgelagerte Bergkegel in der rechten Bildhälfte ist der Mönchberg bei Untertürkheim (Post vom 11.08.10), dahinter erhebt sich der Württemberg mit der Grabkapelle. Der Berg links im Bild ist der Kappelberg bei Fellbach. Die Häuser unten im Vordergrund gehören zu S-Wangen. Zwischen Wangen und Untertürkheim fließt der Neckar. In der rechten Bildhälfte sieht man die Untertürkheimer Brücke über den Neckar.  
Blick vom Aussichtspunkt Schillerlinde nach Ostsüdosten: im Tal entlang des Neckars erstreckt sich der Stuttgarter Hafen. Hinten am Horizont erheben sich die Berge des Schurwalds. Links hinten ist der Kernen, ein bekannter Schurwaldberg mit Aussichtsturm. Von rechts im Bild zur Bildmitte hin tieft sich das Tal von S-Uhlbach in den Schurwaldrücken ein.  
Ist man mit dem Auto unterwegs, erreicht man die Schillerlinde von der Straße Waldebene Ost aus, die bei der Geroksruhe von der Pischekstraße und Jahnstraße abzweigt. Man fährt auf der Straße Waldebene Ost solange, bis sie für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Von dort geht man in Richtung Norden bis zum Rand der Hochfläche.

Interessanter ist es jedoch, von unten her zum Aussichtspunkt Schillerlinde hinaufzusteigen. Hierzu gibt es Dutzende von Varianten. Eine Beschreibung eines bestimmten Weges ist bei dem schon genannten weitverzweigten Wegenetz nicht gerade einfach. Vorgeschlagen wird hier die Anfahrt mit der Stadtbahn (U4, U9) nach S-Wangen bis zur Haltestelle Inselstraße. (Koordinaten 48 77 57 N, 9 23 71 E)

Von der Haltestelle aus überquert man die stadtauswärtige Fahrbahn der Ulmer Straße und biegt dann gleich in die Straße Rinkenberg ein, die vom lauten Autoverkehr ganz schnell wegführt. Am Ende der nur 70 Meter langen Straße Rinkenberg führt am Hangfuß die Straße Jägerhalde langsam nach rechts aufwärts. 110 Meter nach dem Beginn der Straße Jägerhalde zweigt nach links ein Weg ab, der mit einem Sackgassenverkehrszeichen beschildert ist. Das sollte einen jedoch nicht davon abhalten, den Weg zu gehen. Der Weg führt in der Folge immer steigend am Hang entlang durch die Gartenanlagen hindurch. Man folgt dem teilweise gepflasterten Weg immer geradeaus. Der Weg führt immer weiter nach oben. Schließlich mündet der Weg am Waldrand in einen von rechts (von der Staibhöhe her) heraufkommenden Querweg. (Koordinaten 48 77 58 N, 9 22 58 E)

Diesem Querweg folgt man nach links weiter bergauf zwischen Gartenanlagen links und Wald rechts. Weiter oben mündet auch dieser Weg in einen Querweg. Hier biegt man nach links ab, jetzt geht es nicht mehr aufwärts. Bald erreicht man bei einer Wegverzweigung den Aussichtspunkt Schillerlinde links des Wegs.

Für den Rückweg schlägt man den gleich beim Aussichtspunkt Schillerlinde links abzweigenden, stark fallenden Weg ein. Der Weg mündet in einen breiteren Weg, der hier gerade eine Kehre beschreibt. Man folgt diesem Weg nach links abwärts, zunächst noch die halbe Kehre ausgehend. Bald zweigt nach links wieder ein Weg ab, der eine bereits bei der Abzweigung sichtbare Kehre beschreibt. Jetzt wirds spannend. Hinter der Kehre beschreibt der neue Weg eine Linkskurve. In der folgenden Geraden zweigt man nach links auf einen schmalen Treppenweg ab. Der Treppenweg ist so schmal, dass nur eine Person mit anliegenden Armen dort hineinpasst. Aber keine Angst, der Treppenweg mündet nach einer Kurve in einen breiteren Weg, der zur schon bekannten Straße Jägerhalde hinabführt.

Die Länge des Rundwegs ist 2,5 Kilometer, der zu bewältigende Höhenunterschied ist ca. 130 Meter.     

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