Donnerstag, 5. Januar 2012

Neuer Spaziergang durch Stuttgarts Lautenschlagerstraße



Die Lautenschlagerstraße in der Stuttgarter Innenstadt gehört zur Zeit zu den Baustellenschwerpunkten in Stuttgart. Bereits im Post vom 09.06.2010 war ein Spaziergang durch die Lautenschlagerstraße das Thema. Inzwischen gibt es einige neue Dinge zu sehen. Somit ist nun einer weiterer Spaziergang durch diese nur 420 Meter lange, parallel zur Königstraße verlaufende Straße angesagt.

Start des Spaziergangs ist die Einmündung der Lautenschlagerstraße in den Arnulf-Klett-Platz gegenüber dem Hauptbahnhof.


Gehweg in der Lautenschlagerstraße zwischen Arnulf-Klett-Platz und Kronenstraße: hier zeigt sich bereits der für die gesamte Lautenschlagerstraße angestrebte boulevardartige Charakter mit breiten Gehwegen und einer Einbindung der Bäume in den Gehweg ohne Stufen.

Bei der Kreuzung Lautenschlagerstraße / Kronenstraße gibt es gleich zwei Veränderungen gegenüber dem Zustand beim letzten Spaziergang.
Das Gebäude der ehemaligen Oberpostdirektion wurde in den letzten beiden Jahren umgebaut und erweitert. Die Bauarbeiten sind immer noch nicht ganz abgeschlossen. Der zur Kreuzung Lautenschlagerstraße / Kronenstraße zeigende Seitenflügel erhielt eine Aufstockung. 
Blick von der Kreuzung Lautenschlagerstraße / Kronenstraße entlang der Kronenstraße bis zum Ende der Kronenstraße bei der Königstraße: hier zeigt sich eine der Hauptmiseren der Stuttgarter Innenstadt. Es gibt kaum attraktive, lange und Blickbeziehungen bietende Straßenzüge, die quer zur Königstraße verlaufen. Damit bleibt das Stadterlebnis der Stuttgarter Innenstadt eindimensional. Um die Stuttgarter Innenstadt zweidimensional erleben und begehen zu können, müssen die quer zur Königstraße verlaufenden Straßen dringend aufgewertet werden. Die Kronenstraße muss in diesem Sinne über die Königstraße hinaus bis zum Oberen Schlossgarten verlängert werden. Hierzu muss in dem Gebäude im Hintergrund ein entsprechender Durchbruch geschaffen werden. Die gesamte Gebäudefront der Königstraße, die hier im Hintergrund sichtbar ist, steht in den kommenden 10 Jahren zur Erneuerung an. Ist dieser Durchbruch der Kronenstraße erst einmal geschaffen, ergeben sich neue Blick- und Fußwegbeziehungen in Richtung Schlossgarten, Staatstheater und auf den Stuttgarter Kesselrand. 
Ebenfalls an der Kreuzung Lautenschlagerstraße / Kronenstraße wurde das neue Gebäude für die Hotelkette Motel One erstellt. Auf der Fläche war vorher kein Gebäude. Bevor im Jahr 1993 die S-Bahn zum Flughafen eröffnet wurde, befand sich dort ein Terminal für die Flughafenbusse.
In das Gebäude des Motel One ist der Abgang zum S-Bahnhaltepunkt Hauptbahnhof integriert.
Nun folgt man der Lautenschlagerstraße weiter bis zum Ende des Gebäudes des Motel One. 
Hier an der Ecke des neuen Gebäudes des Motel One sieht man den Übergang von der neuen Straßengestaltung der Lautenschlagerstraße zur alten Gestaltung. Dies betrifft nicht nur den Gehwegbelag und die Lage des Randsteins, sondern auch die Gebäudelinie. Ein wichtiges Element der angestrebten boulevardartigen Gestaltung der Lautenschlagerstraße ist eine einheitliche Gebäudelinie. Somit wird klar, dass über kurz oder lang in der Lautenschlagerstraße weitere Gebäudebaustellen zu erwarten sind. Auch die Gebäude zwischen dem Motel One und dem im Hintergrund sichtbaren Gebäude mit der braunen Fassade müssen neugestaltet und an die Straße herangeführt werden.
An der Einmündung Lautenschlagerstraße / Thouretstraße stößt man auf die nächste Großbaustelle.
Das ehemalige EnBW-Gebäude wurde abgerissen. Hier entsteht ein neues Gebäude für Büros und Läden und eine neue Tiefgarage, Bülow-Carre genannt. Auch dieses Gebäude berücksichtigt die einheitliche, neue Gebäudelinie entlang der Lautenschlagerstraße.
Die auf dem Bauschild zu sehende Fassade des Bülow-Carres kann nicht ganz zufriedenstellen. Es ist zu viel Glas vorhanden. Das ist bedauerlich vor allem vor dem Hintergrund, dass das zuvor abgerissene Gebäude eine schöne Fassade aus braunrotem Sandstein hatte.
Man folgt weiter der Lautenschlagerstraße bis zum Ende der Baustelle des Bülowcarres.
Die Gloria-Passage, die bisher von der Königstraße zur parallel verlaufenden Stephanstraße führt, soll von der Stephanstraße bis zur Lautenschlagerstraße verlängert werden. Sie mündet dann rechts im Bild in die Lautenschlagerstraße.
Nach kurzer Zeit endet die Lautenschlagerstraße bei der querenden Bolzstraße. Nach links kommt man zum Schlossplatz. In ein bis zwei Jahren gibt es dann hier in diesem Blog den nächsten Spaziergang durch die Lautenschlagerstraße.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt. 

Kommentare:

  1. Es ist ja schön, dass Sie sich Gedanken zur Stuttgarter Innenstadt machen - wenn das nur die Architekten und Städteplaner tun würden. Dazu gehört auch, dass man die edürfnisse der MENSCHEN berücksichtigt. Und da fehlt es eben...
    Boulevard ist ja ganz schön - aber wer will schon durch "Steinwüsten" flanieren? Seit ich nun - bedingt durch die Einsicht, dass S21 eine Katastrophe für Stuttgart sein wird - an den Demonstrationen teilnehme, fahre ich immer 2 Stunden früher nach Stuttgart rein...und "flaniere,spaziere" durch die verschiedensten Gegenden Stuttgarts , lass sie auf mich wirken und "fröne" einem meiner schrägen Hobbies, dem "aufspüren und fotografieren" alter Kanaldeckel. Dabei stelle ich immer wieder - ob Sommer oder Winter - fest, dass schon ein/zwei Strassenzüge weiter in Stuttgart tot Hose ist - lauter Steinwüsten als sei Stuttgart eine Ausstellung für Steinmetzen und Plasterlieferanten. Nur keine Leute - die mehr "als durchlaufen" -müssen- , teilweise dann noch ungepflegt voller "McDonalds etc.- FastFoodMüll .
    Auch Ihrem Beitrag wieder ist sowohl textlich als auch auf den Bildern zu entnehmen, dass man sein heil in Stuttgart in immer mehr "Einkaufspassagen" sucht - z.B. Bülow-Carre (einfallslose senkr-waagrecht-Glasfenster-Architektur), Gerberviertel, hinterm Bahnhof usw.
    Die Köigstrasse verkommt zu Telefonläden usw. , vor dem Bahnhof wäre tote Hose, wenn nicht Region (mit dem Info-Center!) und der Staat mit dem Staatstheater eingesprungen wäre, Im Hindenburgbau ist nun ne Drogerie drin, der EnBW Laden gähnt vor Leere, ....
    Alles in allem - an reizvollem kann man nur mit "Geschichtsliteratur" in der Hand noch in Stuttgart was Interessantes finden, wenn der Schlossplatz dann zeitweise durch "Sternenbanner-Container" belegt/verschandelt ist.
    Armes Stuttgart - aber vielleicht soll es ja so werden, dass es auch niemand vermisst, wenn er nach Stuttgart reist: "..zwischen Feuerbach und Filder, da ist ein Tunnel, wenn man dort reinfährt, wird es dunkel, eine halbe Stund später auf der Filder wieder hell...."

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  2. ich hätte noch was nachzutragen: ich will ja nicht nur "mosern", sondern auch was vorschlagen (gerne auch ein paar Bilder dazu, wenn ich ne Adresse hätte!). Wie wär es mal mit nem Spaziergang in Stuttgart Ostheim? Ich war erstaunt, als ich dort war, dass es noch sehr intakte Strassenzüge der "Arbeitersiedlung" dort gibt...ein Denkmal erinnert daran auch, usw...und natürlich Kanaldeckel noch aus der zeit vor 1900 ! jede Menge - man kann fast die Bauzeit der "Grundanlage" daran festmachen...liegt alles noch, schöne Häuser, teilweise wieder ordentlich gerichtet....
    oder den eine oder anderen Ausflug zu den Brunnen in Stuttgart - also "ne Brunnenwanderung" vielleicht...
    oder die Stäffele hoch im Kronenviertel, Blick auf die "tolle Sanierung" der Innenstadt...rüber in die Viertel hinter dem Kathrinenhospital - zur "Stuttgarter Halbhöhenlage".....
    usw....
    Trotz allem - ihre Wandervorschläge bereichern mich immer wieder!

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