Dienstag, 22. Mai 2018

Die Ruine des Neuen Lusthauses im Stuttgarter Schlossgarten

Die Ruine der Freitreppenanlage des ehemaligen Neuen Lusthauses im Mittleren Schlossgarten in Stuttgart-Mitte ist das einzige noch vorhandene Relikt des früheren Lustgartens.

Der Lustgarten - ein Renaissancegarten - war der Vorgänger des heutigen Schlossgartens. Der Lustgarten erstreckte sich vom Alten Schloss über das Gelände des damals noch nicht vorhanden gewesenen Neuen Schlosses bis ca. zum heutigen Eckensee im heutigen Oberen Schlossgarten.

Das Neue Lusthaus ("Neu" deswegen, weil es bereits ein Altes Lusthaus gab) wurde 1583-1593 durch Georg Beer im Auftrag von Herzog Ludwig im damaligen Lustgarten erbaut. Es war eines der bedeutendsten Bauten der deutschen Renaissance. Das Neue Lusthaus stand an der Stelle des heutigen Kunstgebäudes zwischen dem heutigen Schlossplatz und dem heutigen Oberen Schlossgarten.

In den Jahren 1750/58 wurde das Neue Lusthaus in ein Opernhaus umgestaltet. Im Jahr 1811 wurde der sogenannte Theaterbogen zum inzwischen gebauten, dem Neuen Lusthaus benachbarten Neuen Schloss errichtet. 1845-1846 wurde das Neue Lusthaus in ein Hoftheater umgebaut. Im Jahr 1883 gab es einen weiteren Umbau zur Erhöhung der Feuersicherheit.

Leider konnte auch dieser Umbau nicht verhindern, dass das Gebäude im Jahr 1902 abbrannte. 1909-1913 wurde an der Stelle des abgebrannten Gebäudes das Kunstgebäude errichtet, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vereinfacht wiederaufgebaut worden ist.


1904 wurde ein Teil der Lusthausruine in den Mittleren Schlossgarten verlegt. Dort wurde sie im Rahmen der damals modischen Ruinenromantik präsentiert. 1924 wurde die Ruine als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung ausgewiesen. 1993 legte das Landesdenkmalamt fest, dass die Ruine am jetzigen Standort verbleiben und als Ruine gesichert werden soll.

Die Lusthaus-Ruine wurde über die Jahre hinweg mehrfach saniert und gesichert. Heute steht die Ruine wieder ohne Stützgerüst da.

Im Gebiet unterwegs
Die Lusthausruine befindet sich am Südostrand des Mittleren Schlossgartens in Stuttgart-Mitte. Mehrere Infostelen vor Ort zeigen die Geschichte des Neuen Lusthauses und der Lusthausruine.

Den ehemaligen Standort des Neuen Lusthauses kann man heute noch gut vor Ort festmachen. Das Neue Lusthaus stand an der Stelle des heutigen Kunstgebäudes zwischen dem heutigen Schlossplatz und dem heutigen Oberen Schlossgarten.

Hier gibt es eine Übersicht über die Parkanlagen in Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Parkanlagen befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt.

Blick auf die Ruine einer von zwei Freitreppenanlagen des Neuen Lusthauses
Die Freitreppenanlage des Neuen Lusthauses steht nach langwierigen Sanierungen heute wieder ohne Stützgerüst da.
Kontraste im Mittleren Schlossgarten: Die Ruine der Freitreppenanlage des Neuen Lusthauses im Vordergrund und der Neubau des Innenministeriums (Fertigstellung 2013) zwischen dem Mittleren Schlossgarten und der Willy-Brandt-Straße im Hintergrund. Der Blick aus dem Mittleren Schlossgarten auf das Gebäude des Innenministeriums mag gewöhnungsbedürftig sein. Das neue Gebäude schirmt jedoch den Mittleren Schlossgarten gut vom Verkehrslärm der Willy-Brandt-Straße ab.
Blick auf die Rückseite der Ruine der Freitreppenanlage des Neuen Lusthauses
Blick im Oberen Schlossgarten über den Eckensee hinweg auf das Neue Schloss (links) und das Kunstgebäude (rechts der Bildmitte): Das Neue Lusthaus stand an der Stelle des heutigen Kunstgebäudes. Der Lustgarten - der Vorgänger des heutigen Schlossgartens - erstreckte sich vom Alten Schloss über das Gelände des damals noch nicht vorhanden gewesenen Neuen Schlosses hinweg bis ca. zum heutigen Eckensee.
Blick vom Stuttgarter Schlossplatz auf den Durchgang zwischen dem Kunstgebäude (links) und dem Neuen Schloss (rechts): Das in den Jahren 1845-1846 zum Hoftheater umgebaute Neue Lusthaus stand an der Stelle des heutigen Kunstgebäudes. Vom Hoftheater zum Neuen Schloss gab es einen sogenannten Theaterbogen, der über den heutigen Durchgang gebaut war. Mit Hilfe des Theaterbogens war es den Herrschenden möglich, vom Neuen Schloss direkt in das Hoftheater zu kommen.

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