Samstag, 17. März 2012

Das Tor G beim keltischen Oppidum Heidengraben


Auf der Schwäbischen Alb an der Grenze zwischen den Landkreisen Esslingen und Reutlingen finden sich die Überreste des einstmals größten keltischen Oppidums in Mitteleuropa, heute Heidengraben genannt. Die Nordgrenze des Heidengrabens befindet sich unmittelbar nördlich der Gemeinde Erkenbrechtsweiler. Dort wurde ein ehemaliges Tor der keltischen Stadtanlage, heute Tor G genannt, restauriert.

Dies ist nun schon der zweite von mehreren aufeinanderfolgenden Posts in diesem Blog über den Heidengraben. Heute besichtigen wir die Überreste des Heidengrabens nördlich von Erkenbrechtsweiler. Mit dem Begriff Heidengraben werden nicht nur die Wälle und Grabenanlagen an den Grenzen des keltischen Oppidums bezeichnet, sondern auch das Oppidum selbst.

Nördlich von Erkenbrechtsweiler verengt sich die Albhochfläche auf eine Breite von nur ca. 500 Metern. Der nördlich dieser Engstelle gelegene Teil der Albhochfläche wird Bassgeige genannt. Dieser Teil befand sich außerhalb des keltischen Oppidums. In der Wallanlage, die das keltische Oppidum nach Norden abgrenzte, befand sich ein Tor, das heute so genannte Tor G. Die Tore an den Außengrenzen des Heidengrabens waren als Zangentore ausgebildet. Das Tor G ist als einziges Tor des Heidengrabens teilweise restauriert worden, so dass man einen guten Eindruck vom Aussehen der einstigen Befestigungsanlage gewinnt.

Wie kommt man hin?
Ausgangspunkt für den kleinen Spaziergang zum Tor G und entlang des Walls am Nordende des Heidengrabens ist der Wanderparkplatz Bassgeige. Von der Anschlussstelle Kirchheim / Teck der A8 folgt man der B 465 in Richtung Süden. Im Ort Owen biegt man nach rechts auf die L 1210 in Richtung Beuren ab. Unmittelbar bevor die Straße in das Tal von Beuren absteigt, biegt man nach links auf die K 1262, die Weiler Steige, ab. Unmittelbar dort, wo die K 1262 die Hochfläche der Schwäbischen Alb erreicht, kurz vor dem Beginn des Ortes Erkenbrechtsweiler, biegt man nach links auf den Wanderparkplatz Bassgeige ab.

Im Gebiet unterwegs
Man geht zunächst zum Ende des Parkplatzes Bassgeige (Nordosten). Dort sieht man auf der linken Seite eine Wallanlage, die jedoch aus dem Mittelalter stammt und nicht zum Heidengraben gehört. Eine Informationstafel klärt hierüber auf. Man nimmt am Ende des Parkplatzes den nach rechts leicht abwärts führenden Weg und folgt ihm zum Waldrand. Rechts sieht man bereits das teilweise rekonstruierte Zangentor G. Am Waldrand entlanggehend erreicht man das Tor G mit Informationstafel. Vom Tor G folgt man dem keltischen Wall in Richtung Westnordwesten und erreicht wieder den Parkplatz, diesmal an seinem Beginn bei der K 1262. Der kleine Rundgang ist ca. 600 Meter lang. Der Höhenunterschied beträgt ca. 20 Meter.
Beim Parkplatz Bassgeige befindet sich eine große Tafel, die die Fläche des keltischen Oppidums Heidengraben mit allen Befestigungen zeigt.

Im Jahr 2010 errichteter Rastplatz am Waldrand mit dem Zangentor G im Hintergrund

Rekonstruierte Außenfront des Zangentors G: Trockenmauerwerk wird durch senkrechte Holzpfosten stabilisiert, die mit Längsbalken in der dahinter angeschütteten Erdrampe verankert waren.

Die Steinmauern liefen trichterförmig von außen (im Bild von links) auf das eigentliche Tor zu (daher die Bezeichnung Zangentor). Das Tor war mit einer Holzbrücke überbaut. Von dieser ehemaligen Holzbrücke sind nur verschiedene Stützen rekonstruiert worden.

Beidseits des Zangentors G ist noch gut der Grenzwall des Heidengrabens zu sehen, der sich über die gesamte Engstelle der Albhochfläche südlich der Bassgeige erstreckt.
     

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