Mittwoch, 27. Februar 2019

Schelztorhalle in Esslingen unter Denkmalschutz gestellt

In einer Pressemitteilung vom 19.12.2018 hat das Regierungspräsidium Stuttgart bekanntgegeben, dass die Schelztorhalle in Esslingen unter Denkmalschutz gestellt worden ist.

Damit ist in der historischen Altstadt von Esslingen am Neckar ein Gebäude unter Schutz gestellt worden, das aus den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts stammt und das man als Besucher der Altstadt leicht übersieht. 

Die Schelztorhalle wurde 1957/58 erbaut. Markant ist das gewölbte, vierteilige sogenannte Sheddach (= Sägezahndach). In den Fünfziger Jahren galt die Schelztorhalle als beachtetes Vorbild für den Sporthallenbau.

Bei der Schelztorhalle befindet sich der Deffnerstein, ein Gedenkstein für den Unternehmer, Politiker, Geologen und Mineralogen Carl Ludwig Deffner, der in Esslingen gelebt hat (1817-1877). 

Sonntag, 24. Februar 2019

Infovitrinen machen die U-Haltestelle Charlottenplatz zum Ausstellungsstück

Am 28. Juli 2018 wurden in der und bei der U-Haltestelle Charlottenplatz im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte, der ältesten Stuttgarter U-Haltestelle, mehrere beleuchtete Infovitrinen eröffnet.

Sie befassen sich mit der Planung und dem Bau sowie dem Bauwerk der U-Haltestelle und mit dem System Stadtbahn. Am 28. Juli 2018 jährte sich die erste Fahrt der Stuttgarter Pferdestraßenbahn zum 150. Mal. Die U-Haltestelle Charlottenplatz wurde 1966 eröffnet. 

Die Infovitrinen stehen an mehreren Standorten. Zwei Vitrinen stehen an den Abgängen zur U-Haltestelle. Eine Vitrine steht beim Bahnsteig der Fahrtrichtung Rathaus. Vitrinen befinden sich auch beim Zugang vom Akademiegarten, in der Unterführung zwischen den Bahnsteigen der Richtungen Schlossplatz und Olgaeck sowie bei den Bahnsteigen dieser beiden Fahrtrichtungen. Um alle Tafeln zu lesen, sollte man eine Stunde einplanen.

Die Infovitrinen umfassen Texte, Fotos und Bauzeichnungen. Thema ist vor allem die Vergangenheit. Als Ergänzung dazu wollen wir hier in diesem Blog auch noch ein wenig in die Zukunft blicken und zwei potenzielle Zukunftsthemen ansprechen.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Die Stafflenbergstraße - eine Aussichtsstraße im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte

Gemäß der heute noch gültigen Ortsbausatzung für die Stadt Stuttgart vom 25. Juni 1935 gehört die Stafflenbergstraße am Rand des heutigen Stadtbezirks Stuttgart-Mitte zu den Aussichtsstraßen.

An Aussichtsstraßen dürfen nur auf der Bergseite Gebäude errichtet werden. Die Talseite ist die Aussichtsseite und muss weitgehend frei von Gebäuden bleiben. Verschlüsse und Einfriedungen von Grundstücken auf der Talseite dürfen eine Höhe von 1,35 Metern nicht übersteigen. Auch die Anpflanzung muss so erfolgen, dass der Ausblick nicht gehindert wird.

Wenn man heute im Verlauf der Stafflenbergstraße unterwegs ist, findet man diese Situation weitgehend noch so vor. Allerdings ist die Vegetation vielerorts mächtig gewachsen, so dass sie die Aussicht sehr wohl eingeschränkt. Niemand wird aber im Ernst heute die Vegetation beseitigen wollen - Aussicht hin oder her. Die Aussicht von der Stafflenbergstraße kann man deshalb wohl am Besten im Winterhalbjahr genießen.

Auf der Bergseite der Stafflenbergstraße stehen viele prächtige gründerzeitliche Villen, die ebenfalls einen Blick wert sind.

Montag, 18. Februar 2019

Das renovierte Gebäude des ehemaligen Hotels Silber mit der Ausstellung zu Polizei und Verfolgung

Am 3. Dezember 2018 wurde nach neun Jahren Planungs- und 18 Monaten Bauzeit das renovierte Gebäude des ehemaligen Hotels Silber mit der Erinnerungsstätte Hotel Silber in der Stuttgarter Innenstadt eröffnet.

Das Gebäude grenzt unmittelbar an das vor ca. eineinhalb Jahren eröffnete Dorotheenquartier an. Die ursprünglichen Pläne sahen vor, das Gebäude des Hotels Silber abzureißen und die Fläche ebenfalls in das Dorotheenquartier einzubeziehen.

Eine Bürgerinitiative verhinderte dies. Im ehemaligen Hotel Silber war der Sitz der Gestapo während der NS-Herrschaft. An diese Schreckenszeit erinnert nun die Dauerausstellung zu Polizei und Verfolgung. Die knapp 4,5 Mio. Euro teuren Renovierungsarbeiten übernahm das Land Baden-Württemberg. Die Kosten der Ausstellung sowie für den laufenden Betrieb werden zwischen dem Land und der Landeshauptstadt Stuttgart geteilt.

Im Jahr 1874 baute der ehemalige Besitzer Heinrich Silber das aus dem Jahr 1816 stammende Gebäude zu einem Hotel im Neorenaissance-Stil aus. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, konnte aber erhalten werden. Noch bis zum Jahr 1984 war das Gebäude Sitz verschiedener Polizeidienststellen. Danach diente es der Landesverwaltung.

Freitag, 15. Februar 2019

Neue Wanderkarte 1:25.000 Blatt Stuttgart (Glemstal, Ludwigsburg, Böblingen)

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung LGL hat im Oktober 2018 die neue Wanderkarte W228 Stuttgart im Maßstab 1:25.000 herausgegeben.

Dies ist eine der ersten Wanderkarten einer neuen Serie im Maßstab 1:25.000, die das LGL herausgegeben hat. Später einmal soll das Kartenwerk über 70 Kartenblätter umfassen und ganz Baden-Württemberg abdecken.

Die ISBN-Nummer ist 978-3-86398-454-0. Der Preis ist 8,50 Euro.

Die beidseitig bedruckte Karte deckt das Gebiet zwischen Stuttgart, Böblingen, Filderstadt und Ludwigsburg ab. Im Norden reicht das Kartenbild bis Freiberg am Neckar, im Osten bis Stuttgart-Bad Cannstatt, im Süden bis Filderstadt und im Westen bis Sindelfingen. 

Die folgenden Weitwanderwege sind mit einem Teilstück auf der Karte abgebildet:

Main-Neckar-Rhein-Weg
Stromberg-Schwäbischer Wald-Weg
Georg-Fahrbach-Weg
Neckarweg
Stuttgarter Rundwanderweg
Württembergischer Weinwanderweg
Martinusweg
 

Dienstag, 12. Februar 2019

Turm der Musikhochschule Stuttgart unter Denkmalschutz gestellt

In einer Pressemitteilung vom 12.12.2018 hat das Regierungspräsidium Stuttgart bekanntgegeben, dass der Turm des Gebäudes der Musikhochschule Stuttgart im Stadtbezirk Stuttgart-Mitte unter Denkmalschutz gestellt worden ist.

Das Landesamt für Denkmalpflege ist dem Regierungspräsidium Stuttgart zugeordnet. Der Turm der Musikhochschule Stuttgart ist ein Teil der Stuttgarter Kulturmeile. Sie besteht aus der Neuen Staatsgalerie, dem Kammertheater, der Hochschule für Musik und darstellende Kunst und dem Haus der Geschichte Baden--Württemberg. Die Stuttgarter Kulturmeile ist ein Gesamtkunstwerk der postmodernen Architektur- und Stadtplanung. Andere Teile der Kulturmeile stehen bereits seit längerem unter Denkmalschutz.

Die Gebäude der Stuttgarter Kulturmeile sind mit Materialien aus Naturstein verkleidet (Cannstatter Travertin und Weiler Sandstein). Charakteristisch sind auch viele bunte Stahlelemente.

Samstag, 9. Februar 2019

Der Gerber Park in Uhingen - ein Ankerpunkt an der Route der Industriekultur im Filstal

Der Gerber Park in Uhingen ist einer von zur Zeit 19 Ankerpunkten an der Route der Industriekultur im Filstal.

Ankerpunkte der Route der Industriekultur im Filstal sind bedeutende Zeugnisse der Industriekultur im Filstal, bei denen Führungen, Ausstellungen und Werksverkäufe angeboten werden sowie häufig ein gastronomisches Angebot vorhanden ist. Bei jedem Ankerpunkt befinden sich Informationsstelen. Neben den Ankerpunkten umfasst die Route der Industriekultur im Filstal auch vier Info-Stationen sowie 121 Orte der Industriekultur. Die Route ist konkret vor Ort als Radweg ausgeschildert. Man kann jeden einzelnen Ort der Route jedoch auch zu Fuß erreichen.

Die Route der Industriekultur im Filstal soll das industrielle Erbe und die heutige Firmenlandschaft im Filstal einem breiteren Publikum näher bringen. Die Route der Industriekultur im Filstal ist Teil des vom Verband Region Stuttgart geförderten Landschaftsparks Region Stuttgart. Die Route der Industriekultur wurde auch vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms Interreg IV B gefördert.

Der Gerber Park war ein altes Industriequartier. Er befindet sich in Uhingen zwischen der Fils und einem von der Fils abgeleiteten Kanal. Ab dem Jahr 1896 stand hier Württembergs einzige Gardinenweberei. Im Jahr 1932 musste die Württembergische Gardinenweberei Konkurs anmelden. Ab 1938 war im heutigen Gerber Park eine Lederfabrik angesiedelt. 1964 wurde die aufwändige Fertigung eingestellt.

Der langjährigen Industriebrache wurde ab 2003 neues Leben eingehaucht. Es entstand unter Bewahrung der historischen Bausubstanz eine Hausbrauerei mit Festsaal und großem Biergarten. Nach und nach kamen weitere gastronomische Einrichtungen hinzu, z.B. ein Viersterne-Hotel, der sogenannte Stadl, die BrennBar, die Orangerie und das Bootshaus.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Das Etzel-Denkmal an der Stuttgarter Neuen Weinsteige

Gottlieb Christian Eberhard von Etzel war der Erbauer der Neuen Weinsteige, der wohl bekanntesten Panoramastraße und topographisch schwierigsten Ausfallstraße Stuttgarts.

Im Jahr 1842 wurde zu Ehren von Etzels ein Denkmal in einer kleinen Grünanlage am oberen Ende der Neuen Weinsteige am Rand des Stadtbezirks Stuttgart-Süd aufgestellt. Es trägt die Inschriften: "Dem Trefflichen geweiht von seinen Fachgenossen und Verehrern 1842" sowie "Etzel erbaute die Neue Weinsteige in den Jahren 1826 bis 1831" sowie "Dem königl. Würt. Oberbaurath v. ETZEL Comthur. D.Ord.D.Würt. Krone."

Gottlieb Christian Eberhard von Etzel lebte von 1784 bis 1840. Er war Stadtplaner der Stadt Stuttgart. Nach ihm ist auch die Etzelstraße benannt, die das obere Ende der Hohenheimer Straße mit der Alexanderstraße verbindet.

Noch bekannter ist sein Sohn, Karl Etzel, 1812-1865. Karl Etzel schuf einige bekannte Eisenbahnstrecken, darunter den Bietigheimer Eisenbahnviadukt, die Schweizer Hauensteinlinie und die Brennerbahn.

Das Etzel-Denkmal an der Neuen Weinsteige befindet sich in einer kleinen Grünanlage, von der man einen wegen des Bewuchses relativ beschränkten Blick auf den Stuttgarter Talkessel hat. Wegen des starken Autoverkehrs der angrenzenden B 27 hat der Platz nur eine geringe Aufenthaltsqualität.

Sonntag, 3. Februar 2019

Das Kleinaspergle - ein Grabhügel aus der Keltenzeit

Kleinaspergle heißt ein Grabhügel aus der Keltenzeit zwischen Asperg und Möglingen im Landkreis Ludwigsburg.

Eine Infotafel am Fuß des Grabhügels gibt nähere Auskunft. Demnach ist das Kleinaspergle das jüngste Fürstengrab in der Umgebung des Hohenaspergs sowie auch das jüngste frühkeltische Fürstengrab in Südwestdeutschland.

Das Kleinaspergle hat die beeindruckenden Ausmaße eines Durchmessers von 60 Metern und einer Hügelhöhe von 8 Metern. Es wurde in der Frühlatènezeit angelegt (ca. 420 v. Chr.).

Im Jahr 1879 wurde das Kleinaspergle bereits untersucht. Es wurde ein Stollen zum Hügelzentrum vorgetrieben. Die Zentralkammer war zu diesem Zeitpunkt längst ausgeraubt und wurde leer vorgefunden. Eine Nebenkammer war jedoch unberührt. In ihr fanden sich zahlreiche Schmuckstücke und ein Trinkservice.

Freitag, 1. Februar 2019

Die Straub´sche Grabkapelle (Mausoleum) in Geislingen an der Steige

Die Grabkapelle für Heinrich Straub, den einzigen Sohn des bekannten Fabrikanten Daniel Straub, gehört zu den bekanntesten Bauwerken in Geislingen an der Steige.

Die Grabkapelle wurde 1877-79 als Mausoleum erbaut. Der Baustil ist Neorenaissance. Seit dem Jahr 1990 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz.

Die Grabkapelle steht auf dem Geislinger Friedhof, der sich am südlichen Stadtrand im Rohrachtal befindet. Wenige Meter östlich der Grabkapelle verläuft die Bundesstraße 10 Geislingen - Ulm. Noch einmal wenige Meter weiter östlich befindet sich die berühmte Geislinger Steige der Bahnstrecke Stuttgart - Ulm. Für die Bahnreisenden von Ulm nach Stuttgart ist die Straub´sche Grabkapelle gut zu sehen und eines der ersten Gebäude, das von Geislingen an der Steige sichtbar wird.